FAZ plus ArtikelGarmisch-Partenkirchen

„Vor dem Krieg geflohen und im Zug verunglückt“

Von Karin Truscheit, München
07.06.2022
, 10:30
Einsatz- und Rettungskräfte stehen neben der Bahnstrecke, kurz nachdem sich das schwere Zugunglück bei Garmisch-Patenkirchen am 3. Juni 2022 ereignet hat.
Unter den fünf Todesopfern des Unglücks in Bayern sind zwei geflüchtete Frauen aus der Ukraine. Sie waren mit ihren Kindern nach Deutschland gekommen.

Als die Regionalbahn von Garmisch-Partenkirchen nach München am Freitag gegen 12.15 Uhr entgleiste, saßen auch 30 Soldaten der Gebirgs­jägerbrigade 23 in dem Zug. Die Soldaten aus Mittenwald setzten einen Notruf ab – und begannen sofort zu helfen: Sie versorgten Verletzte, schlugen Fenster ein, nahmen Kontakt zu den Einsatzkräften vor den Waggons auf und unterstützten die Evakuierung des Zuges. Der Bayerische Rundfunk (BR) zitierte kurz nach dem Unglück den Feuerwehr-Einsatzleiter mit den Worten: „Die haben so gut da drin koordiniert, die haben uns von innen die Fenster aufgemacht.“ Das sei von „großer Hilfe“ für die Bergung gewesen.

Nach dem Unglück, das sich im Ortsteil Burgrain von Garmisch-­Partenkirchen ereignete, sind mittlerweile alle fünf Todesopfer identifiziert. Vier Frauen im Alter von 32, 39, 51 und 70 Jahren sind ums Leben gekommen sowie ein 14 Jahre alter Jugendlicher. Der Opfer sollte am Pfingstmontag in einer ökumenischen Gebetsfeier in Garmisch-Partenkirchen gedacht werden. Die Feier sollte nach einem Bericht des BR in deutscher und ukrainischer Sprache stattfinden, denn unter den Todes­opfern sind auch zwei ukrainische Frauen, die mit ihren Kindern aus der Ukraine geflohen waren. Das bestätigte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag dem BR. Martin Dubberke, der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Garmisch-Partenkirchen, sagte, dies sei „nur schwer auszuhalten“: „Die Frauen entkommen dem Krieg in der Ukraine und sterben bei uns in einem Zug.“

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Autorenporträt / Truscheit, Karin
Karin Truscheit
Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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