Urteil

Verdacht gegen Amalgam genügt nicht für Schadenersatz

01.07.2003
, 14:51
Eine Patientin, die ihre Erkrankung an Multiple Sklerose auf das Quecksilber in ihren Amalgam-Füllungen zurückführte, scheiterte mit ihrer Forderung nach Schadenersatz vor Gericht.
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Hersteller des Zahnfüllstoffs Amalgam müssen nach einem Gerichtsurteil keinen Schadenersatz für bestimmte Erkrankungen bei Zahnpatienten zahlen. Das Oberlandesgericht Frankfurt sah in dem am Dienstag entschiedenen Fall keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Erkrankung der Patientin an Multiple Sklerose und der Freisetzung von Quecksilber aus ihren Amalgamfüllungen.

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Die Patientin war nach verschiedenen Zahnbehandlungen an einer Quecksilbervergiftung erkrankt, die bei ihr Multiple Sklerose und Unfruchtbarkeit auslöste. Vor Gericht mußte sie jedoch einräumen, daß sie im Vorfeld bereits sieben Amalgam-Füllungen anderer Hersteller erhalten hatte.

Aus diesem Grund konnten die Richter eine Ursächlichkeit gerade des von dem beklagten Unternehmen hergestellten Füllstoffes nicht feststellen. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung sei ein Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit und der Quecksilberfreisetzung aus Amalgam ohnehin „eher als unwahrscheinlich anzusehen“, heißt es in der Entscheidung. Der 3. Zivilsenat des Oberlandesgerichts bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts und wies die Berufung der Klägerin zurück.

Aktenzeichen: 3 U 30/2000

Quelle: @mg
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