FAZ plus ArtikelAchtsam essen

Wenn Kalorien trösten

Von Melanie Mühl
25.01.2021
, 06:12
Viele Menschen kämpfen schon jetzt mit ihren Neujahrsvorsätzen. Doch der Hunger, der uns in die Diät treibt, hat viele Formen, weiß unsere Autorin und beschreibt gleich den mächtigsten: den des Herzens.

Der Januar ist der Monat der guten Vorsätze. Wann, wenn nicht jetzt, haben wir die Kraft, schlechte Gewohnheiten über Bord zu werfen? Das neue Jahr soll schließlich vielversprechend beginnen. Also nehmen wir uns vor, mehr Sport zu treiben, weniger online zu shoppen, die Rotweinflasche nicht gleich bis zum allerletzten Tropfen zu leeren, viel Gemüse zu essen und ein bisschen abzunehmen. Auch ohne Corona-Pandemie ist das eine große Herausforderung, und bekanntlich verlieren die meisten schon nach kürzester Zeit die Energie und verfallen in alte Gewohnheiten. Bei all den Plänen vergessen wir nämlich, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. In Sachen Ernährung verhalten wir uns alles andere als rational.

Nehmen wir die berühmteste Filmfigur, die wie verrückt Eiscreme löffelt in der Hoffnung, ihren Liebeskummer durch Zuckerzufuhr zumindest ein bisschen betäuben zu können: Bridget Jones. Sie brauchte nur ein bestimmtes Lied im Radio zu hören, um sich heulend aufs Bett zu werfen. Weil Weinen allein nicht die gewünschte Erleichterung bringt, hilft sie mit Eiscreme oder Schokolade nach, ihren Seelentröstern, auch Soul Food oder Comfort Food genannt. Diese Nahrungsmittel haben nur eine einzige Funktion: den emotionalen Hunger möglichst schnell zu stillen.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Melanie Mühl / Juli 2018
Melanie Mühl
Redakteurin im Feuilleton.
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