Klirrende Kälte im Norden

In Nordrhein-Westfalen setzt der Eisregen ein

06.02.2021
, 21:43
Es wird kalt im Norden: Aufnahme aus Schierke in Sachsen-Anhalt
Eisregen, Schneeverwehungen und extreme Kälte im Norden – Wärme im Süden: Deutschland stehen Wetter-Extreme bevor. Die Bahn streicht Verbindungen am Wochenende.
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In Teilen Nordrhein-Westfalens hat am Samstagabend ein gefährlicher Eisregen eingesetzt. Zunächst habe es aber nur sehr kleine Hagelkörner gegeben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes in Essen am Samstagabend. Lediglich im Siegerland schätzten die Wetterexperten die Gefahr sehr hoch ein und warnten vor verbreitetem Glatteis.

Vom Siegerland aus ziehe sich der Eisregen in der Nacht in einem breiten Streifen über Wuppertal und Düsseldorf bis zur niederländischen Grenze. In diesem Gebiet sei zumindest örtlich mit Glätte zu rechnen, teilte der Wetterdienst mit. Deutlich kritischer könnte es im Verlauf der Nacht weiter nördlich in NRW werden. Für die Region vom Kreis Lippe über Bielefeld und Paderborn bis nach Münster und Unna warnte der Wetterdienst ab 21.00 Uhr vor starkem Schneefall und ab Mitternacht vor extrem starken Schneeverwehungen.

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Wegen einer Unwetterwarnung sind im Norden Deutschlands am Samstag mehrere Zugverbindungen gestrichen worden. Am Wochenende verkehren keine Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Am Samstag und Sonntag fahren demnach auch keine Intercity-Züge zwischen Bremen und Norddeich Mole sowie zwischen Münster und Norddeich Mole. Zudem ist nach Angaben der Bahn der Fernverkehr zwischen Hamburg und den Städten Rostock, Stralsund und Binz am Wochenende stark ausgedünnt.

Am Wochenende droht das größte Schneechaos seit Jahren – allerdings nur im Norden Deutschlands. Während der Deutsche Wetterdienst (DWD) dort mit Schneesturm und klirrender Kälte rechnet, soll es im Süden frühlingshaften Föhn geben. Der DWD hat vor extremem Schneefall und Schneeverwehungen in Teilen Deutschlands bis in die Nacht zum Montag gewarnt. Vor allem in der nördlichen Mitte Deutschlands sei von Samstagabend bis in die Nacht zum Montag mit 15 bis 40 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen bis über einen Meter zu rechnen, gab der DWD am Samstag in einer amtlichen Gefahrenmitteilung bekannt.

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Straßen und Schienenwege könnten durch extreme Schneeverwehungen unpassierbar werden. Es bestehe die Gefahr von Schneebruch. „Fahren Sie nur mit Winterausrüstung und vermeiden Sie grundsätzlich Autofahrten!“, hieß es in der Warnmeldung.

Vergleiche zum Winter 1978/79

Besonders betroffen ist dem DWD zufolge ab Samstagabend die Region vom Emsland und dem Münsterland bis hin zum Harz. Im Ruhrgebiet, dem Siegerland, in Mittelhessen und Oberfranken hingegen gibt es von Sonntagnachmittag bis Montag gefrierenden Regen, der eine mehrere Zentimeter dicke Eisschicht zur Folge haben könnte.

Der DWD erwartet außerdem unwetterartigen Eisregen mit überregionalen Auswirkungen auf Straßen- und Schienenwege. Die Deutsche Bahn informierte: „Es kann zu Verspätungen und Zugausfällen kommen.“ (siehe auch Kasten unten) Fahrgäste, die fürs Wochenende geplante Reisen wegen des angekündigten Wintereinbruchs in Norddeutschland verschieben wollten, könnten bereits gebuchte Fernverkehrstickets „bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende entweder flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren“. Der ADAC empfiehlt, im Auto für den Notfall eine Decke mitzuführen oder es besser stehenzulassen.

In Niedersachsen etwa bereiteten sich Feuerwehr und Katastrophenschutz, Polizei, Verkehrsbetriebe und Bahnen, Straßenmeistereien und Räumdienste auf ein herausforderndes Wochenende vor. Die Meteorologen rechneten damit, dass der südliche Teil Niedersachsens besonders betroffen sein wird. Die Menschen dort sollten sich darauf einstellen, dass der Strom ausfallen und das Haus wegen Glatteis nicht verlassen werden kann, wie Franz Molé, Leiter der Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD, sagte.

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Übernachtungsmöglichkeiten für gestrandete Bahn-Reisende

Wegen des erwarteten heftigen Wintereinbruchs in Teilen Deutschlands hat die Bahn in mehreren Städten Übernachtungsmöglichkeiten für gestrandete Reisende organisiert. Auf diese Weise sei man etwa in Hamburg, Hannover, Münster, Kassel und Leipzig vorbereitet, falls Kunden ihr Reiseziel mit dem Zug nicht mehr erreichen könnten, sagte eine Sprecherin am Samstagabend. Auch das Servicepersonal an den Bahnhöfen sei verstärkt worden. Außerdem wolle man Reisenden mit Taxigutscheinen helfen, ihr Ziel womöglich doch noch zu erreichen.

Reisende sollten sich vor der Abfahrt auf jeden Fall informieren, ob ihr Zug fährt – entweder im Internet, in der Bahn-App oder unter der extra eingerichteten Hotline 08000 996633. Die Bahn hatte bereits vorher gewarnt, dass der erwartete Wintereinbruch zu Einschränkungen im Schienenverkehr führen könne. Die Menschen sollten sich an die Empfehlung des Deutschen Wetterdienstes halten und wenn möglich zu Hause bleiben, sagte eine Sprecherin. (dpa)

Quelle: marf./dpa/AFP
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