Wirtschaftsspionage

Wie der Name schon sagt: geheim!

03.02.2001
, 11:14
Satellitenabhöranlage in Menwith Hill, England
GCHQ, NSA, UKUSA und BND heißen die kryptischen Abkürzungen einiger Geheimdienste. Nicht nur die sind schwer zu knacken, von dem, was sie machen, lassen die Dienste noch weniger nach außen dringen.

Wenig von dem, was es über Spionage zu wissen gibt, wird jemals an die Öffentlichkeit dringen. Denn die Geheimdienste versuchen ihrem Namen gerecht zu werden und geheim zu arbeiten.

Oft kooperieren verschiedene Staaten, um die Kosten für Abhöraktivitäten zu drosseln. So arbeiten unter dem 1948 geschlossenen UKUSA-Abkommen die fünf englischsprachigen Länder Kanada, Neuseeland, Australien, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika zusammen. Das vieldiskutierte Echelon-Lauschsystem ist nach Angaben von Duncan Campbell nur ein Unter-Unter-System des kompletten Abhör-Netzwerkes der UKUSA-Allianz. Der britische Journalist Campbell verfasste für das Europäischen Parlament einen Bericht über zur Technikfolgenabschätzung

Die NSA

Die National Security Agency (NSA) der Vereinigten Staaten ist der größte amerikanische Geheimdienst und der größte überhaupt. Obwohl die Kooperation mit den Englisch sprechenden Partnern sehr eng ist, teilen die einzelnen Geheimdienste ihre Erkenntnisse nicht ungefiltert mit. Nationale Interessen entscheiden, was weitergegeben wird. Und die Amerikaner bekommen das größte Stück des Kuchens.

UKUSA in Deutschland

Die UKUSA-Staaten haben auch Stationen auf deutschem Boden. Großbritannien hatte bis zum Ende des Kalten Krieges zum Beispiel einen Standort auf dem Teufelsberg in Berlin, in Braunschweig, in Hannover und in Celle. Die größte Station war der Militärstützpunkt in Birgelen. Amerikanische Stationen gab es in Wiesbaden, Frankfurt und Bremen. Der größte Militärstützpunkt war Augsburg, der vom deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) übernommen wurde. Seit 1968 unterhalten die Amerikaner eine sehr große Satelliten-Station in Bad Aibling.

Der BND

Auch der BND verfügt über ein Satellitenabhörsystem und Stationen im Ausland - beispielsweise in China und in Taiwan. Zusammen mit dem französischen Geheimdienst betreibt er eine Station in Guyana. Im Kalten Krieg war Deutschland für das UKUSA-Abkommen ein sogenannter dritter Partner. Die Teilhabe an den gefundenen Daten war dabei geringer als unter den ursprünglichen Staaten und war auf Nachrichten beschränkt, die die Sowjetunion oder Staaten des Warschauer Paktes betrafen. Der BND und sein französisches Pendant sind weitgehend unabhängig von der UKUSA-Allianz, halten aber lockeren Kontakt.

Quelle: @cop
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