Wirbelstürme

Von Baguio bis Zyklon

Aktualisiert am 03.09.2004
 - 13:10
Hurrikane und Taifune sind nur zwei Bezeichnungen desselben Wetterphänomens: tropischer Wirbelsturm.

Hurrikane und Taifune sind nur zwei Bezeichnungen desselben Wetterphänomens: tropischer Wirbelsturm. Von einem Hurrikan spricht man in der Karibik, im Golf von Mexiko sowie auf den Westindischen Inseln, während die Japaner und Chinesen diese Stürme Taifune nennen. Daneben gibt es weitere Bezeichnungen in diversen Regionen der Welt, in denen diese Stürme auftreten: Baguio (Philippinen), Mauritiusorkan (südlicher indischer Ozean), Willy-Willy (Australien) oder Zyklon (Golf von Bengalen).

Tropische Wirbelstürme - sehr stark ausgebildete kreisförmige Tiefdrucksysteme von einigen hundert Kilometern Durchmessern - entstehen in Gebieten zwischen fünf und 25 Grad nördlicher und südlicher Breite über warmen Ozeanflächen. Dort muß die Wassertemperatur 26 bis 27 Grad Celsius übersteigen. Um einen zentralen Kern mit extrem tiefen Luftdruck - das sogenannte Auge des Hurrikans - kreiselt die Luft und steigt sehr schnell empor, wobei sich spiralförmige Wolkenstrukturen, die einem Wirbel ähnlich sind, bilden. Durch die großen Energiemengen, die durch die rasche Kondensation der aufsteigenden Luft frei werden, wird dieses System aufrechterhalten.

Mitteleuropa: Wirbelstürme werden anscheinend häufiger

Sowohl auf der Nordhalbkugel als auch der Südhalbkugel wandern die Hurrikane generell nach Westen. Wenn sie dabei auf das Festland treffen, können sie bei Geschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern große Verwüstungen anrichten. Bei tropischen Wirbelstürmen ist eine rechtzeitige Warnung sehr gut möglich, weil sie auf den Radarschirmen sehr gut zu erkennen sind. Da der Nachschub an feuchter Luft über dem Land nicht erfolgt, verlieren die Stürme ihre Energiegrundlage und erlöschen schließlich unter Auffüllung ihres Tiefdruckzentrums mit Luft.

Hierzulande wurden Wirbelstürme lange Zeit als sehr seltenes Wetterereignis angesehen. Mit der globalen Klimaveränderung stellen sich aber in Mitteleuropa offenbar häufiger Wirbelstürme ein. Manche Experten halten diese Erkenntnis eher für eine Folge der intensiveren professionellen Beobachtung des Wetterphänomens. In Deutschland ist die Bezeichnung „Windhose“ geläufig, immer mehr bürgern sich aber die Begriffe „Mini-Tornado“ beziehungsweise „Tornado“ für die in hiesigen Breiten auftretenden Wirbelstürme ein.

Quelle: @dho
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