FAZ plus ArtikelBelastungen durch Corona

Wer beruflich schon mal am Boden war, kann davon jetzt profitieren

Von Nina Bärschneider
Aktualisiert am 24.07.2020
 - 09:56
Die Krise stellt viele Menschen vor schwierige Herausforderungen.
Scheitern ist immer frustrierend. Aber wer beruflich schon mal am Boden war, kann in der Corona-Pandemie davon profitieren.

Als sich die Corona-Krise zuspitzte, empfand Silke Grotegut große Ruhe. Dabei wären viele andere in Panik geraten: Die Bonnerin ist selbständige Karriereberaterin, nun brachen ihr die Aufträge weg, ein zweites Standbein hat sie nicht. Doch Grotegut behielt die Nerven und machte eine Bestandsaufnahme: Ist die Lage wirklich so schlimm? Komme ich mit den verbleibenden Kunden über die Runden? Auf welche Ressourcen kann ich bauen? Freunde, Familie, ein Geldpolster? „Ich stellte fest, dass erst mal kein Grund bestand, meine Strategie zu ändern“, sagt sie, „sondern dass es besser war, die Ungewissheit auszuhalten – und weiterzumachen.“

Bis Grotegut so gelassen mit einer Krise umgehen konnte, brauchte sie viele Jahre und ging durch zwei Burnouts. An ihrem früheren Arbeitsplatz bei der Telekom fühlte sie sich überlastet, konnte sich zugleich aber keine Grenzen setzen. Sie wurde häufig krank, in Konferenzen hatte sie Aussetzer. 2004 kam der erste Burnout, 2012 der zweite. „Mich übermannte die Panik, ich sah überall Katastrophen“, erinnert sie sich. Was würde aus ihr werden?

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Quelle: F.A.S.
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