IW-Studie

Fachkräftemangel droht sich weiter zu verschärfen

07.04.2021
, 12:14
Den Forschern des arbeitgebernahen Instituts zufolge könnte die Zahl der Fachkräfte bis 2040 um 3,1 Millionen abnehmen. Mögliche Folgen der Pandemie sind dabei noch nicht mitberücksichtigt.

In Deutschland droht in den nächsten Jahrzehnten eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) könnten die Unternehmen bis 2040 ohne gezielte Zuwanderung und ein höheres Rentenalter jede achte Fachkraft verlieren. Und dabei seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht berücksichtigt. Zuvor hatte die „Funke-Mediengruppe“ über die Studie berichtet.

Insgesamt hatten die Forscher des IW in ihrer Untersuchung drei Szenarien zu den Folgen des bevorstehenden Ausscheidens der Babyboomer-Generation aus dem Arbeitsleben untersucht. Bleibe es bei der aktuellen Rentenregelung und falle die Zuwanderung gering aus, werde die Zahl der Fachkräfte im schlimmsten Fall bis 2040 um 4,2 Millionen oder 12 Prozent auf 31,2 Millionen schrumpfen, prognostizierten die Wissenschaftler. Wahrscheinlicher sei aber ein mittleres Szenario, in dem die Zahl der Fachkräfte um 3,1 Millionen oder 8,8 Prozent sinke.

Akademische Ausbildung immer beliebter

Mit einer gezielten Weiterentwicklung der Zuwanderungsregelungen und einem späteren Renteneintritt könne die Zahl der am Arbeitsmarkt aktiven Fachkräfte zwischen 20 und 69 Jahren in den kommenden Jahrzehnten aber auch nahezu konstant gehalten werden, meinten die Forscher.

Auf jeden Fall müsse sich die Wirtschaft aber darauf einstellen, dass sich das Fachkräfteangebot in den kommenden Jahrzehnten strukturell stark verändern werde. Denn immer mehr junge Menschen strebten eine akademische Ausbildung an. Während die Zahl der beruflich qualifizierten Fachkräfte deutlich sinke, werde die Zahl der Akademiker in den nächsten zwei Jahrzehnten deutlich ansteigen.

Quelle: dpa
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot