Planungsunsicherheit

Betriebe halten sich mit Neueinstellungen noch zurück

11.05.2021
, 11:52
Gerade Betriebe, die vom Lockdown besonders hart getroffen sind, zögern den IAB-Forschern zufolge noch. Doch auch anderswo ist das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht.

Im ersten Quartal 2021 gab es nach Angaben der IAB-Arbeitsmarktforscher bundesweit 1,13 Millionen offene Stellen. Binnen Jahresfrist ist dies ein Anstieg um 42.000 oder vier Prozent, im Vergleich zum Ende 2020 allerdings ein Rückgang um 56.000 oder knapp fünf Prozent, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag mitteilte. Die Betriebe unterscheiden in der Umfrage zwischen sofort und später zu besetzenden Arbeitsplätzen. Anfang dieses Jahres waren 33 Prozent der offenen Stellen später zu besetzen, nachdem es im vierten Quartal nur 18 Prozent waren.

„Wir sehen darin eine gewisse Zurückhaltung bei den Einstellungswünschen der Betriebe“, erklärte IAB-Fachmann Alexander Kubis. „Betriebe, die vom Lockdown besonders stark betroffen sind, wissen, dass sie Personal benötigen, können den Einstellungszeitpunkt aber nicht genau planen und schweben in der Unsicherheit.“ Das betreffe vor allem das Gastgewerbe.

In Westdeutschland gab es zwischen Januar und März 874.000 offene Stellen und im Osten 253.000. Der Bereich Handel und Kfz-Reparatur hatte mit 115.000 offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahresquartal 23 Prozent und zum Vorquartal 16 Prozent weniger offene Stellen zu besetzen.

„Von der Covid-19-Pandemie und dem damit einhergehenden Lockdown ist insbesondere der Einzelhandel weiter stark betroffen“, erklärte Kubis. Andererseits suchen sowohl das Verarbeitende Gewerbe als auch der Bereich Verkehr und Lagerei etwas mehr Personal als noch vor einem Jahr und auch mehr als seit Ende 2020. „Das Vorkrisenniveau ist aber auch hier noch nicht erreicht.“

Quelle: Reuters
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