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Bilanz nach fünf Jahren

Mindestlohn bringt Beschäftigten zehn Prozent mehr Geld

Von Britta Beeger
Aktualisiert am 10.12.2019
 - 13:46
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Eine neue Studie zeigt: Die Beschäftigungseffekte fallen zugleich sehr gering aus. Sie enthält allerdings auch eine deutliche Warnung.

Der in Deutschland vor fünf Jahren eingeführte gesetzliche Mindestlohn hat sich für die betroffenen Beschäftigten finanziell ausgezahlt. Ihre Brutto-Monatslöhne seien im Durchschnitt um 10 Prozent gestiegen, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Zugleich seien die befürchteten Arbeitsplatzverluste sehr gering ausgefallen.

Die Beschäftigungseffekte konzentrieren sich den Forschern zufolge auf den Bereich der Minijobs. Etwa die Hälfte der Minijobs, die zum Start des flächendeckenden Mindestlohns am 1. Januar 2015 weggefallen seien, wurde demnach in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse umgewandelt. Dieser Effekt sei vor allem in Ostdeutschland zu beobachten, schreiben die Autoren. Nur ein sehr kleiner Teil der betroffenen Personen habe sich arbeitslos gemeldet.

Höherer Mindestlohn birgt Risiken

Die Nürnberger Arbeitsmarktforscher verbinden ihre Einschätzung allerdings mit einer Warnung: Im Fall eines deutlich höheren Mindestlohns oder im Zuge einer Rezession könnten signifikant stärkere Beschäftigungseffekte nicht ausgeschlossen werden, betonen sie. Ein weitreichendes Aushebeln von Marktmechanismen bei der Lohnfindung berge „erhebliche ökonomische Risiken“. Beschäftigungserwartungen der Arbeitgeber zeigten in bestimmten Segmenten des Arbeitsmarktes ein negatives Bild, würde der Mindestlohn auf 12 Euro angehoben.

Der gesetzliche Mindestlohn wurde vor fünf Jahren zunächst auf 8,50 Euro festgelegt und wird auf Empfehlung der Mindestlohnkommission alle zwei Jahre angepasst. Derzeit beträgt er 9,19 Euro, im kommenden Jahr soll er – außerhalb des regulären Turnus – auf 9,35 Euro steigen. Die SPD hat bei ihrem Parteitag am vergangenen Wochenende beschlossen, dass sie sich für eine Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro einsetzen will. Auch Grüne und Linkspartei sind für einen Mindestlohn von 12 Euro.

Auf die Produktivität der Beschäftigten, gemessen als Umsatz je Mitarbeiter, habe der Mindestlohn keine Auswirkung gehabt, heißt es in der IAB-Studie. „Die höheren Lohnkosten werden demnach nicht durch höhere Produktivität kompensiert“, schreiben die Autoren. „Ein mindestlohnbedingter Anstieg in der Arbeitsmotivation betroffener Beschäftigter ist nicht zu beobachten, obwohl der Lohn und die Entlohnungszufriedenheit deutlich gestiegen sind.“

Inwieweit Arbeitgeber den gesetzlichen Mindestlohn umgehen, konnte die Studie nicht nachweisen. Sie bleibe eine offene Frage, die sich auf Grundlage der aktuellen Datenbasis nicht nachweisen lasse, heißt es darin.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Beeger, Britta
Britta Beeger
Redakteurin in der Wirtschaft.
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