MINT-Fächer

Versicherungen sorgen sich um Mathematiker-Nachwuchs

17.09.2020
, 09:46
Formeln über Formeln.
Die Versicherer sind auf Mathematiker angewiesen, doch offene Stellen sind oft schwierig zu besetzen. Nicht nur die Konkurrenz von IT-Unternehmen bereitet der Branche Kopfzerbrechen.
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Deutschlands Versicherer fürchten um die Fachleute der Zukunft. „Wir spüren schon heute einen Mangel an qualifizierten Mathematikern. Es ist nicht einfach, offene Stellen zu besetzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), Guido Bader. Nach seinen Schätzungen besteht aktuell ein Bedarf an 2000 bis 3000 Versicherungsmathematikern, die als Aktuare bezeichnet werden.

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Bader fürchtet, dass sich das Problem in der Zukunft verschärfen wird. Zum einen spürten die Versicherer die Konkurrenz um qualifizierte Mathematiker vor allem durch IT-Unternehmen. „Zugleich stellen wir sinkende Zahlen von Studierenden in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) fest.“

„Der Bedarf an Aktuaren wird aber eher steigen“

Nach einer Umfrage der Deutschen Aktuarvereinigung unter den zwölf größten Hochschulen im Bereich Versicherungs- und Finanzmathematik verzeichneten zehn Einrichtungen in den vergangenen fünf Jahren sinkende Zahlen bei Studienanfängern für Mathematik/Wirtschaftsmathematik. Die Rückgänge lagen zwischen 13 und 52 Prozent. Die Mehrheit der befragten Lehrenden erwartet in den kommenden Jahren leicht rückläufige Anfängerzahlen, beziehungsweise eine Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau.

„Der Bedarf an Aktuaren wird aber eher steigen“, sagte Bader, der Vorstandsmitglied der Stuttgarter Lebensversicherung ist. „Es ist wichtig, junge Menschen für Mathematik zu begeistern. Wir brauchen an den Schulen ein noch stärkeres Engagement für die MINT-Fächer.“ Das Anfangsgehalt eines Mathematikers mit einem Masterabschluss liegt bei Erstversicherern Bader zufolge im Schnitt bei 50.000 bis 60.000 Euro brutto im Jahr. Die Ausbildung zum Aktuar erfolgt berufsbegleitend bei der Deutschen Aktuarvereinigung.

Quelle: dpa
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