Umfrage des Ifo

Personalleiter erwarten leicht steigende Löhne

09.03.2021
, 12:04
Noch immer hat die Corona-Krise Deutschland fest im Griff. Das Arbeitspensum der Deutschen sank 2020 auf ein historisches Tief. Trotzdem sind Personalleiter jetzt optimistisch und erwarten sogar leicht steigende Löhne.

Deutsche Personalleiter rechnen für dieses Jahr mit leicht steigenden Löhnen. 41 Prozent gehen von Stagnation, 30 Prozent von Steigerungen bis zu zwei Prozent aus, wie das Ifo-Institut am Dienstag zu der Befragung mitteilte. 26 Prozent sehen sogar Erhöhungen von mehr als zwei Prozent. Einen Rückgang von bis zu zwei Prozent erwartet nur ein Prozent der Personalleiter, sinkende Löhne über zwei Prozent hinaus prognostizieren drei Prozent der Befragten.

„Fachkräfte werden auch während der Corona-Pandemie händeringend gesucht“, sagte Ifo-Forscher Przemyslaw Brandt. „Entsprechend dürften die Löhne für Fach- und Führungskräfte etwas häufiger als für ungelernte Mitarbeiter steigen.“ Bei Fachkräften erwarten 40 Prozent gleichbleibende Löhne, bei Ungelernten 49 Prozent. 30 Prozent der Personalmanager gehen von Steigerungen bis zwei Prozent für beide Gruppen aus. Dass die Löhne für Fachkräfte über zwei Prozent steigen, erwarten 27 Prozent.

Hingegen glauben nur 17 Prozent, dass sie bei Ungelernten um den gleichen Betrag steigen. Bei Führungskräften erwarten sogar 29 Prozent Lohnsteigerungen über zwei Prozent, 25 Prozent bis zu zwei Prozent.

Viele Sonderzahlungen auch 2020

Trotz Corona-Krise haben der Umfrage zufolge 79 Prozent der Unternehmen auch 2020 Sonderzahlungen geleistet. In 52 Prozent der Firmen lag die Summe auf dem Vorjahresniveau. 29 Prozent zahlten ihren Mitarbeitern mehr und 19 Prozent weniger als 2019.

Für 2021 sehen die Planungen etwas seltener Sonderzahlungen vor: nur noch bei 75 Prozent der Unternehmen ist das der Fall.

Rekordeinbruch bei den Arbeitsstunden

Mit Blick auf die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden hat die Corona-Pandemie derweil zu einem starken Einbruch geführt. Das Arbeitsvolumen sei 2020 um 4,7 Prozent auf 59,64 Milliarden Stunden zurückgegangen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mit. Demnach betrug das Arbeitspensum aller deutschen Erwerbstätigen im Jahr 2019 noch rund 62,58 Milliarden Stunden – fast drei Milliarden Stunden mehr.

Die durchschnittliche Arbeitszeit jedes Erwerbstätigen sei um mehr als 50 auf 1332 Stunden und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken, erklärte Enzo Weber vom Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit. Den größten Anteil an der Verringerung der Arbeitszeit habe die „enorm hohe Zahl“ von durchschnittlich 2,9 Millionen Kurzarbeitenden.

Quelle: Reuters
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