FAZ plus ArtikelAlkoholmissbrauch im Büro

Morgens ist der Schnaps leer

Von Josefine Janert
24.08.2021
, 12:25
Im Homeoffice kann der Alkoholkonsum heimlich ausgelebt werden – mit fatalen Folgen für die Leistungsfähigkeit.
Im Büro gibt es eine soziale Kontrolle durch Vorgesetzte und Kollegen. Doch im Homeoffice können Alkoholiker teils unbemerkt trinken – mit fatalen Folgen.
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Corona sorgt für Anspannung im Job. Mancher greift zur Flasche. Seit Beginn der Pandemie erscheinen Statistiken darüber, dass die Deutschen mehr Alkohol kaufen als zuvor. Was, wie und wie oft sie trinken, ändert sich jedoch langfristig. „Noch in den achtziger Jahren gab es Fernsehserien, da gingen Figuren immer, wenn sie Probleme hatten, zum Schrank und gossen sich ein Glas Whisky ein“, sagt die Münchner Karriereberaterin Madeleine Leitner. „So ein Verhalten ist heutzutage im beruflichen Kontext undenkbar.“ Die Psychologin beobachtet aber, dass Führungskräfte Kokain und andere Drogen nehmen. Die riecht man nicht.

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Mitarbeiter der Barmer Ersatzkasse werten seit 2017 die Abrechnungsdaten von Ärzten hinsichtlich von Diagnosen aus, die Alkoholmissbrauch betreffen. Seitdem sehen sie laut der Ärztin Ursula Marschall „eine langsame und kontinuierliche Zunahme“. Die Barmer beobachte seit März 2020 allerdings „keinen erheblichen Anstieg von Alkoholerkrankungen“. Auch die Deutsche Rentenversicherung teilt mit, dass Rehabilitationen wegen Alkoholabhängigkeit nicht häufiger beantragt werden als vor Corona.

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