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Wie geht Vollbeschäftigung?

Von RÜDIGER KÖHN und TOBIAS SCHMITT (Fotos)

16.01.2020 · 98,6 Prozent der Menschen im oberbayerischen Eichstätt haben Arbeit – deutscher Rekord. Gute Fachkräfte zu finden sind für die Unternehmen dennoch ein großes Problem.

Die Angelegenheit war in einer Stunde erledigt. Um 18 Uhr sah Tobias Berner die E-Mail seiner Schule über das Angebot eines Ausbildungsplatzes zum technischen Kaufmann. Um 19 Uhr schickte der 19 Jahre alte Abiturient seine Bewerbung an die Werner Weitner Maschinenbau und Spezialwerkzeuge in Eichstätt. „Das hat mich total angesprochen und ist genau das, was ich suchte, die Abwechslung zwischen der Bürotätigkeit und der Arbeit in der Werkstatt.“ Seit Anfang September fährt Berner die zwanzig Minuten von Mörnsheim zum Arbeitsplatz. 

Tobias Berner hat seine Azubi-Stelle bei Weitner sehr schnell gefunden.
Tobias Berner hat seine Azubi-Stelle bei Weitner sehr schnell gefunden.
Es ist ein Glücksgriff für ihn, weil er einen optimalen Job für sich gefunden hat. Und für Michaela Weitner war es erst recht ein Glücksfall. Sie hat soforteinen geeigneten Kandidaten für diesen neuen Beruf gefunden, in dem jetzt erstmals ausgebildet wird. Über die Berufsschule hat das Familienunternehmen das Jobangebot weiterverbreitet, die es ihrerseits an Schulen der Region verteilte.

Auszubildende sind für die Firma Weitner die Zukunft. „Wir sprechen sehr viel früher als bisher und intensiver junge Menschen an, über Schulen, Messen oder Schnupperkurse bei uns“, sagt Weitner. Die 31 Jahre alte Personalgeschäftsführerin sucht und sucht, würde am liebsten acht bis zehn Azubis im Jahr statt bislang drei oder fünf einstellen. „Wir müssen unseren Stamm selbst heranziehen.“ Doch in Eichstätt und Umgebung, keine dreißig Kilometer von Ingolstadt entfernt, ist es nun einmal nicht einfach, junge Leute für eine Stelle in der Gegend zu begeistern, geschweige denn Fachkräfte.
Die Firma Weitner gibt sich nicht der Illusion hin, externe Fachkräfte gewinnen zu können.
Die Firma Weitner gibt sich nicht der Illusion hin, externe Fachkräfte gewinnen zu können.
Heinz Weitner und seine Tochter Michaela entwickeln Azubis zu Führungskräften.
Heinz Weitner und seine Tochter Michaela entwickeln Azubis zu Führungskräften. Foto: Rüdiger Köhn
„Der Markt ist leergefegt“, assistiert Vater Heinz Weitner, 59 Jahre, der seine beiden Töchter in die Geschäftsführung eingebunden hat. „Besonders letztes Jahr hat es sehr wenige Bewerbungen gegeben“, sagt er. Und deren Qualität sei sehr schlecht gewesen. Das Unternehmen mit 250 Mitarbeitern hatte Glück, zwei Auszubildende zum Zerspanungsmechaniker anheuern zu können. „Einer ist schon wieder weg, er hat einen besseren Platz gefunden“, sagt er. „Abgewandert in die Umgebung. Beworben wird sich überall. Wenn dann eine Zusage von Audi kommt, ist er weg.“ Und doch haben die Weitners über alle Lehrjahre immerhin 25 Azubis unter Vertrag.

Der große Autokonzern und dessen Zulieferkarawane aus dem benachbarten Ingolstadt macht ihnen das Alltagsleben schwer, ist so etwas wie Fluch und Segen für Eichstätt zugleich. Die Stadt verdankt ihm und seiner Wertschöpfungskette aus großen, mittleren und kleineren Unternehmen ihre Prosperität und Vollbeschäftigung. Jeden Tag pendeln Tausende aus der Region Eichstätt nach Ingolstadt. Der Landkreis genießt den Ruf, mit zuletzt 1,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote in Deutschland zu haben. Seit Jahren herrscht hier der Idealzustand der Vollbeschäftigung. Im Dezember stieg die Zahl der Erwerbslosen seit längerem mal wieder über die Tausendermarke – nämlich um 148 auf 1052.

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Quelle: F.A.Z.

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