FAZ plus ArtikelDie Karrierefrage

Wie gelingt Beamten der Ausstieg?

Von Lisa Kuner
21.09.2021
, 10:57
Stempeln muss sein auf dem Amt.
Wer den Staatsdienst hinter sich lässt, verliert oft üppige Pensionsansprüche und gilt unter früheren Kollegen fast schon als Verräter. Warum einige den Abschied dennoch wagen – und wie er funktioniert.
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Videokonferenzen, der Vorwurf von Eltern, untätig zu Hause zu sitzen, während man Stunden investiert, den Unterricht so schnell und so gut wie möglich ins Netz zu übersetzen: Für Corinna Milinski gab schließlich die Corona-Pandemie den Ausschlag in ihrer Entscheidung, ihr Berufsleben als Lehrerin hinter sich zu lassen. „Ich hatte das Gefühl, keiner nimmt wahr, was meine Arbeit wert ist“, sagt sie. Während sie unter Druck oft bis spätabends daran gesessen habe, Konzepte für digitales Lernen zu entwickeln, habe sich die öffentliche Diskussion so angehört, als ob Lehrerinnen und Lehrer während des Lockdowns hauptsächlich faul zu Hause auf dem Sofa lägen.

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Das Arbeitsverhältnis von Beamten unterscheidet sich in vielen Punkten von einer Anstellung als Arbeitnehmer: Egal ob Polizistin, Lehrer oder Fachangestellte auf dem Sozialamt – sie alle haben keinen Arbeitsvertrag und können darum auch nicht gekündigt werden. Wollen sie trotzdem gehen, müssen sie eine Bitte um Entlassung einreichen. Das ist aber im System nicht vorgesehen und daher die Ausnahme: Hintergrund der Verbeamtung auf Lebenszeit ist, dass der Staat sich so die Unabhängigkeit sichern will – Polizisten oder Finanzbeamte sollen nur dem Gesetz, nicht aber ihrem Arbeitgeber verpflichtet sein.

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