Fachkräftemangel

Arbeitsagentur fordert Ü-40-Ausbildung

24.05.2012
, 14:00
Nicht genügend qualifiziert: Die hessische Arbeitsagentur hat eine Ausbildung für Ältere ins Gespräch gebracht.
Zu wenige Bewerber, unzureichende Qualifikation. So lauten die Klagen der Betriebe einer neuen Studie zufolge. Das Fazit der Arbeitsagentur: „Was spricht dagegen, eine Ausbildung mit 35 oder 40 Jahren zuzulassen?“

Eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zum Fachkräftemangel hat Forderungen nach einer Ausbildung für ältere Langzeitarbeitslose ins Rollen gebracht. „Was spricht angesichts der hohen Zahl von Langzeitarbeitslosen dagegen, bei gleichzeitigen Nachwuchssorgen der Unternehmen auch eine Ausbildung mit 35 oder 40 Jahren zuzulassen?“, fragte der Chef der Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur, Frank Martin. Das Potential älterer Arbeitnehmer müsse ausgeschöpft werden.

Die Bundesagentur für Arbeit stimmte auf Nachfrage zu, dass auch bundesweit eine Art Ü-40-Ausbildung sinnvoll sein könne, wies aber gleichzeitig auf die Bedeutung innerbetrieblicher Weiterbildungsmöglichkeiten hin. „Wir appellieren an die Unternehmen, sich ihren Personalbestand anzuschauen und vorhandene Potentiale besser auszuschöpfen“, sagte eine Sprecherin.

Ausschlaggebend für die neuen Forderungen nach einer Ausbildung für Ältere war eine IAB-Befragung von rund 1000 Betrieben in Hessen. Danach erwarten hochgerechnet etwa 12.000 hessische Unternehmen Probleme bei der Besetzung qualifizierter Stellen.

Auch deutschlandweit haben nach Aussage des IAB 32 Prozent aller Betriebe Besetzungsschwierigkeiten. Dies geht aus der jüngsten vierteljährlichen Erhebung des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots hervor. Die Zahlen gründen sich auf eine Befragung in 75.000 Unternehmen, auf die rund 15.000 Betriebe geantwortet haben.

Der Hauptgrund für die Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung ist sowohl der hessischen als auch der bundesweiten Studie zufolge die sinkende Zahl von Bewerbern. Wichtiges Hindernis war nach Aussage der Unternehmen aber auch die unzureichende Qualifikation der Bewerber.

Quelle: nab.
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