FAZ plus ArtikelReligionspolitik

Aufklärung für Fundamentalisten

Von Clemens Steinhilber
Aktualisiert am 18.11.2020
 - 12:38
Die Universität konfrontiert Fundamentalisten mit Alternativen, wie hier in Leipzig mit Leibniz und Goethe
Akademische Bildung ist der aussichtsreichste Weg, um religiösen Fundamentalisten die freiheitliche Wertordnung näherzubringen. Wie sollte der Staat dabei vorgehen? Ein Gastbeitrag.

Religiös motivierte Terroranschläge bringen modernen Staaten in zunehmender Frequenz die elementare Herausforderung ins Bewusstsein, eine effektive Antwort auf Gewaltakte vor- oder antimoderner Kräfte zu formulieren. In Westeuropa erscheinen derzeit insbesondere Vertreter fundamentalistischer Spielarten des Islams als Hauptgefahrenquelle. Sie verbreiten auch hier einen Hauch der sich global vollziehenden (Re-)Politisierung der Religion oder besser (Re-)Religionisierung der Politik.

Dabei darf jedoch nicht in Vergessenheit geraten, dass religiöse Richtungskämpfe in den verschiedensten Religionen und Konfessionen ausgemacht werden können. Die (Re-)Religionisierung der Politik ist entgegen oftmals vorgetragenen pauschalierenden Verlautbarungen in keiner Weise islamspezifisch. Vielmehr bildet sie eine Denk- und Lebensform, die religiöse und konfessionelle Grenzen transzendiert.

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Clemens Steinhilber ist Richter in Berlin. Seine Dissertation „Theologie an staatlichen Universitäten – Relikt oder Modell? Förderung des freiheitlichen Staatsethos durch integrative Feindpolitik“ erschien 2018 bei Duncker & Humblot.

Quelle: F.A.Z.
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