Uni Mainz

Forscher beweisen erstmals CNO-Zyklus in der Sonne

Von Daniel Schleidt
02.12.2020
, 18:32
Forscher der Gutenberg-Uni in Mainz haben den ersten experimentellen Beweis für das Auftreten des sogenannten CNO-Zyklus in der Sonne erbracht. Dabei haben sie charakteristische Neutrinos, die bei diesem Fusionsprozess entstehen, beobachten können.

Forscher der Mainzer Gutenberg-Uni haben einen Meilenstein auf dem Weg zum vollständigen Verständnis der Fusionsprozesse in der Sonne markiert. Einer Mitteilung der Uni zufolge haben Wissenschaftler der Borexino-Kollaboration den ersten experimentellen Beweis für das Auftreten des sogenannten CNO-Zyklus in der Sonne erbracht, indem sie charakteristische Neutrinos, die bei diesem Fusionsprozess entstehen, beobachten konnten.

Während dieser CNO-Zyklus in der Sonne nur eine untergeordnete Rolle bei der Energieerzeugung spielt, ist er in Sternen, die demnach wesentlich schwerer und heißer sind als die Sonne, der vermutlich vorherrschende Weg, wie es in der Mitteilung heißt. Bei allen Fusionsprozessen im Innern der Sonne entstehen gewaltige Mengen von Neutrinos, die milliardenfach die Erde erreichen und sie durchdringen. Mit einem riesigen Detektor des Borexino-Experiments 1400 Meter unter der Erde können diese Neutrinos aufgespürt werden, erklärt Michael Wurm, Neutrinophysiker am Exzellenzcluster der Gutenberg-Uni. „Dann erlauben sie einen unverhüllten Blick auf die Vorgänge im Sonneninneren.“

Obwohl bereits erwartet wurde, dass der CNO-Zyklus in der Sonne abläuft, ist er doch bisher nie beobachtet worden. Nur ein charakteristisches Neutronensignal kann laut Wurm den endgültigen Beweis für sein Auftreten liefern. Dies sei nun zweifelsfrei nachgewiesen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schleidt, Daniel
Daniel Schleidt
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot