FAZ plus ArtikelUnrühmliche Verschleppung

Warum Plagiatsmeldungen meist im Sande verlaufen

Von Debora Weber-Wulff
16.09.2021
, 11:33
Vor Gericht verlieren Universitäten selten, das Verfahren wird geprüft.
Plagiatsmeldungen verlaufen oft im Sande, wenn es sich nicht gerade um Personen öffentlichen Interesses wie Politiker handelt – oder werden mit Rügen beschieden. Ein Gastbeitrag.
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Leserbriefschreiber und Kolumnisten scheinen sich sicher zu sein: Die selbst ernannten „Plagiatsjäger“ schnüffeln ausschließlich in den Arbeiten von Politikern herum – zwanghaft auf der Suche nach kleinsten Zitierfehlern. Sie sind der Überzeugung, dass es diesen „Fußnotenfetischisten“ dabei nicht um das Werk geht. Im Vordergrund stehen die Person und deren Ansehen, das sie beschädigen wollen.

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Ich kann und will nicht für alle „Plagiatsjäger“ sprechen. Aber aus meiner Mitarbeit bei VroniPlag Wiki (VPW) in den letzten zehn Jahren kann ich bestätigen, dass es bei dieser offenen Plattform für Plagiatsdokumentation vor allem um die Werke und um die Wissenschaft geht. Es wurden bisher 212 Plagiatsdokumentationen angefertigt und veröffentlicht. 18 davon betreffen Politiker. Bei über 50 Fällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens handelt es sich um aktive oder ehemalige Wissenschaftler an Hochschulen, darunter auch Professoren. Rechtswissenschaften, Medizin, Soziologie, Informatik, Chemie, Theologie – so gut wie alle Fächer sind vertreten. Über die anderen Fälle, die No-Names, berichten die Medien im Allgemeinen nicht.

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