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Studium oder Ausbildung?

Uni-Absolventen verdienen erst spät im Leben mehr

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Gute Zukunftschancen: Azubis stellen sich einer Schulklasse vor.

Ein Studium lohnt sich mit Blick auf das Gehalt, das Absolventen später erwarten können. Das ist eine gängige Weisheit. Wer allerdings eine neue Forschungsarbeit des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität Tübingen liest, muss diesem Satz ein „ja, aber“ hinzufügen: Das Papier, das der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) in Auftrag gegeben und an diesem Donnerstag vorgestellt hat, untersucht die so genannten Lebenseinkommen von 12.453 Personen. Ergebnis: Bis zu einem Alter von 35 Jahren verdienten Absolventen einer Ausbildung im Durchschnitt mehr als Akademiker.

Das Lebenseinkommen ist die Summe aller Einkünfte, die bis zu einem bestimmten Alter verdient wurden. Die Betrachtung dieser Größe ist interessant, weil es für Individuen entscheidend sein kann, im Alter von 35 Jahren viel Geld zu haben, um ein Haus zu bauen oder eine junge Familie zu ernähren.

„Der Meister, der schon früher Geld verdient hat, konnte sich noch ein Häuschen in Stuttgart leisten, bevor die Preise angestiegen sind“, sagte Wolfgang Grenke, Präsident des BWIHK während der Vorstellung der Studie. „Derjenige, der studiert hat, wartet ewig, bis er genug Startkapital zusammen hat.“

Theoretiker oder Praktiker – das ist hier die Frage

Richtig ist aber auch: Selbst Techniker und Meister, also diejenigen, die sich nach einer Berufsausbildung noch weitergebildet haben, bleiben spät im Leben – mit im Durchschnitt 60 Jahren – in Sachen Einkommen hinter Hochschulabsolventen zurück. Insgesamt verdienen Personen mit Berufsausbildung über das Leben gerechnet 400.000 Euro weniger als Akademiker. Ein Studium bringt in der Regel noch weitere Vorteile mit sich: Andere Untersuchungen haben immer wieder gezeigt, dass ein Hochschulabschluss die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist. Zudem eignet sich ein Studium mehr als eine Ausbildung für wissenschaftlich interessierte junge Menschen, die die Theorie hinter der Praxis kennenlernen möchten.

Interessant für Schulabgänger könnte laut der aktuellen Forschungsarbeit auch ein Mittelweg sein: Wer nach einer abgeschlossenen Ausbildung noch ein Studium absolviert, verdient demnach nämlich ungefähr genauso viel wie eine Person, die sofort nach der Schule ein Studium beginnt und abschließt. „Ein großer Vorteil ist jedoch, dass erstere in jungen Jahren bereits Geld verdienen und bis etwa 50 Jahre ein höheres kumuliertes Einkommen haben“, schreibt die IHK Stuttgart anlässlich der Studienveröffentlichung.

Die Industrie- und Handelskammern vertreten die Unternehmen einer Region und sind die für die Berufsbildung in nicht handwerklichen Gewerbeberufen zuständige Stelle. Weil seit Jahren beklagt wird, dass sich immer weniger junge Menschen für eine Berufsausbildung in einem Betrieb bewerben, sind die Handelskammern besonders interessiert daran, für diesen Karriereweg zu werben.

Quelle: nab.
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