Längsschnittstudien zeigen

Burnout verstärkt Arbeitsstress

10.11.2020
, 05:02
Forscher der Uni Mainz und der Berliner Humboldt-Universität haben festgestellt, dass ein Burnout-Syndrom das Gefühl von Überforderung im Job verstärken kann. Dadurch entstehe ein Teufelskreis.

Wer Stress auf der Arbeit hat, läuft Gefahr, einen Burnout zu erleiden – so die gängige Meinung. Forscher der Uni Mainz und der Berliner Humboldt-Universität haben jetzt gezeigt, dass der umgekehrte Effekt offenbar noch bedeutender ist: Chronische Erschöpfung verstärkt das Gefühl, im Job überfordert zu sein.

Die Psychologen und Wirtschaftspädagogen haben 48 Längsschnittstudien zu Burnout und Arbeitsstress aus den Jahren 1986 bis 2019 ausgewertet. Dabei waren weltweit insgesamt mehr als 26.000 Teilnehmer befragt worden. Die Resultate zeigten, dass ein Burnout-Syndrom zwar von der Arbeitssituation ausgelöst werden kann. Vor allem aber führen die daraus resultierende hartnäckige Müdigkeit und ein Hang zu Resignation und Zynismus dazu, dass der Job immer stärker als stressig empfunden wird: Durch die anhaltende Erschöpfung sinkt die Belastbarkeit. Um den Teufelskreis zu durchbrechen, sollten Beschäftigte nach Ansicht der Forscher jederzeit die Möglichkeit haben, Arbeitsstress ihrem Chef zu melden.

Quelle: F.A.Z./zos.
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