FAZ plus ArtikelGendern

Sichtbar oder gleichwertig?

Von Heide Wegener
03.09.2021
, 10:28
Durch geschlechtsneutrale Sprache sollen sich alle Menschen angesprochen fühlen.
Beim Gendern scheiden sich die Geister, die einen halten es für zeitgemäß, die anderen für überflüssig. Die frühere Linguistik-Professorin Heide Wegener kritisiert die naive Gleichsetzung von Grammatik und Biologie.
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Ich bin kein alter weißer Mann und ich habe keine Macht zu verlieren, ich fürchte auch nicht um die deutsche Sprache, die wird das Gendern heil überstehen. Aber ich freue mich über Anglizismen. Denn die erlauben es, Männer und Frauen gleichermaßen als Star, Fan, User, Follower, Freak, Teenager, Gamer, Single etc. zu bezeichnen, und niemand schreit, hier sei die Frau unsichtbar, werde nur mitgemeint, und dies sei ein Zeichen für die Unterdrückung der Frau.

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Wenn wir aber englische Maskulina problemlos geschlechtsübergreifend gebrauchen, warum dann nicht auch deutsche? Warum werde ich auf Deutsch mit dem in-Suffix oder Gendersternchen auf Selbstverständliches hingewiesen, sodass allein das schon Unmut auslöst? Denn Gendern nervt.

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