FAZ plus ArtikelStudieren während Corona

Genug von Zoom

Von Henrik Pomeranz
31.05.2021
, 10:22
Angst vor noch einem digitalen Semester: Berliner Studierende bei einer Fahrrad-Demo von #NichtNurOnline im April.
Baumärkte, Friseure und Schulen schlossen und öffneten wieder. Die Universitäten aber blieben zu – und die Studenten ungewöhnlich still. Unterwegs mit einer Initiative, die das ändern will.

Es ist ein Samstagnachmittag im Mai, als Erik zum ersten Mal seit 15 Monaten wieder mit anderen Studenten im Seminar sitzt. Nicht über Videokonferenz verbunden, sondern ganz leibhaftig vor Ort. Dass es ein Samstag ist, stört den 22 Jahre alten Informatikstudenten nicht. Im Gegenteil – er hat sich sehr auf diesen Tag gefreut. Über das Tempelhofer Feld in Berlin weht ein kräftiger warmer Wind. Die Wolken treiben Licht und Schatten über die knapp 50 Studenten, die auf ihren mitgebrachten Kissen und Campingstühlen sitzen. Vor ihnen steht ein Jura-Professor. Er referiert, wie sich verschiedene Formen von Vereinen gründen lassen.

Die Studenten sind nicht hier, weil ihr Lehrplan es so will, sondern weil sie demonstrieren. Wenn sie schon nicht in die Uni dürfen, veranstalten sie halt ihr eigenes Seminar. Erik und die anderen fühlen sich vergessen. „Lange Zeit war es für mich akzeptabel, dass ich in dieser Situation meinen Teil dazu beitrage“, sagt Erik. „Aber dann habe ich in den Nachrichten gesehen, wie immer mehr Bereiche geöffnet werden sollen. Nur an die Unis denkt keiner.“

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