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Wie ein Chief Information Officer die Uni Frankfurt digital voranbringen soll

Von Sascha Zoske
16.05.2022
, 20:23
Ulrich Schielein
Ulrich Schielein war nie Professor, jetzt ist er Vizepräsident der Goethe-Uni: Als Chief Information Officer soll er Hessens größte Hochschule unter anderem vor Cyberattacken schützen.
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Frankfurt ⋅ Manchmal redet Ulrich Schielein tatsächlich wie ein Offizier. Er nennt die Informationstechnik eine „strategische Waffe“, um Service und Produkte zu verbessern, und spricht von einem „Wettrüsten“ zwischen IT-Anwendern und Hackern, die ihnen schaden wollten. Schulterklappen trägt der freundliche Franke allerdings nicht, und für einen Militär wird ihn nur halten, wer seine Amtsbezeichnung sinnentstellend übersetzt: Schielein ist seit Kurzem Chief Information Officer der Goethe-Universität, also der oberste Verantwortliche für alle digitalen Angelegenheiten – ein Posten, den es in dieser Form an deutschen Hochschulen bisher selten gab. Ziviler klingt der Titel Vizepräsident, den der Wirtschaftsinformatiker nun ebenfalls führen darf. In dieses Amt hat ihn der Senat der Hochschule für sechs Jahre gewählt.

Uni-Präsident Enrico Schleiff wollte für den Posten des hauptamtlichen IT-Chefs keinen Professor, sondern einen Experten von auswärts, dessen Blick nicht durch Betriebsblindheit getrübt wird. Mit Schielein fand er einen Mann, der sein Geld bisher vor allem als Unternehmensberater verdient hat. Anfangs befasste er sich in der Arbeitsagentur mit computerbasierter Aus- und Weiterbildung, dann half er Energieversorgern und Telekommunikationsanbietern, ihre Datenverarbeitung zu modernisieren. Von Berlin führte ihn sein Weg über Paris und München bis nach Brasilien und schließlich nach Kronberg, wo er zuletzt Geschäftsführer bei der Unternehmensberatung Accenture war.

Mit 55 Jahren wollte Schielein noch einmal etwas Neues anfangen, wie er sagt. So kümmert er sich nun an Hessens größter Hochschule hauptsächlich um vier Bereiche: das Hochschulrechenzentrum, das Studium digitale, die Universitätsbibliothek und die Hochleistungsrechner, mit denen die Uni Forschung betreibt. Was das Onlinestudium angeht, so hat Corona einen Innovationsschub gebracht, dessen Resultate Schielein verstetigen will. Er ist überzeugt: „Nach der Pandemie wird eine Lehre mit hybriden Anteilen bleiben.“ Der Vizepräsident will dabei „Content, der einmal generiert wird, in mehrere Produkte verpacken“ – Lehrmaterialien aus einer Veranstaltung also auch in anderen Kursen verfügbar machen, etwa an der Goethe Business School.

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Autorenporträt / Zoske, Sascha
Sascha Zoske
Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.
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