„Notbehelf“

Kultusminister gegen Wechselunterricht in ganz Hessen

10.12.2020
, 15:44
Aus der Sicht von Hessens Kultusminister Lorz (CDU) ist Wechselunterricht nur ein „Notbehelf“. Die SPD-Fraktion im Landtag hatte sich in einem Antrag für dieses Modell für Schüler von der 7. Klasse an stark gemacht.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) ist gegen die Einführung eines landesweiten Wechselunterrichts in der Corona-Pandemie. Der Wechselunterricht erbringe niemals die gleiche Leistung für die Schüler wie der Präsenzunterricht, sagte der Kultusminister im hessischen Landtag in Wiesbaden. Er stelle höchstens die zweite oder auch letzte Wahl vor einer Schulschließung dar.

„Wechselunterricht ist ein Notbehelf“, sagte Lorz. Wenn diese Form des Lernens aber wegen der Corona-Infektionslage geboten sei, „dann ist der Wechselunterricht natürlich das Mittel der Wahl, bevor wir zu Schulschließungen greifen.“ Diese Möglichkeit beinhalte auch der hessische Corona-Stufenplan. Er widersetze sich daher diesem Modell auch nicht aus Prinzip, versicherte der Kultusminister. Für einen landesweiten Wechselunterricht sehe er aber noch keinen Anlass.

Die SPD-Fraktion hatte sich in einem Antrag für dieses Modell für Schüler von der 7. Klasse an stark gemacht. Mit einem Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht könnten Klassengrößen bei Bedarf in der Corona-Pandemie halbiert werden und alle Kinder so regelmäßig am Unterricht teilhaben, sagte der SPD-Bildungsexperte Christoph Degen. Durch mehr Platz im Klassenzimmer könne das Infektionsrisiko in der Schule reduziert werden. Auch die Linke- und die FDP-Fraktion sprachen sich für das Wechselmodell in der Schule aus.

Quelle: dpa
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