FAZ plus ArtikelUnterricht in Corona-Zeiten

Psychostress in den Schulen

Von Florentine Fritzen
Aktualisiert am 16.11.2020
 - 16:27
„Emotional sicherer Ort“: Viele Lehrer sehen Vorteile im Verbleib im Schulgebäude.
Um die Gefahr einer Corona-Infektion unter Schülern zu mindern, fordern viele einen Kurswechsel. Doch was ist die beste Lösung: Unterricht im Wochenwechsel im Schulgebäude, im leerstehenden Restaurant – oder doch komplett über das Internet?

Die meisten Schulen im Rhein-Main-Gebiet sind weiter im Normalbetrieb, aber normal ist dort vieles schon längst nicht mehr. Da ist zum Beispiel der Lehrer aus der Großstadt, der berichtet, dass er seine Furcht vor dem Coronavirus im Klassenzimmer im Griff habe. „Aber wenn ich durch die engen Gänge gehe, halte ich die Luft an – im wahrsten Sinne des Wortes.“

Und da ist der Schulleiter in einer anderen Großstadt, vor dem neulich vier nervöse Neuntklässlerinnen standen: Sie hatten aus derselben Flasche getrunken wie eine positiv getestete Mitschülerin. Da ist die Mädchengruppe in der Mittelstadt, die sich nachmittags hinter dem Schultor die Masken von den Gesichtern reißt und sich mit Küsschen links, Küsschen rechts verabschiedet. Und da sind die Oberstufenschüler, die in weniger als einem halben Jahr Abitur schreiben wollen und ihre Lehrerin an einem Beruflichen Gymnasium Tag für Tag fragen: „Ist ganz sicher, dass wir weiterhin Schule haben?“

Testen Sie unsere Angebote.
Jetzt weiterlesen

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

F.A.Z. PLUS:

  Sonntagszeitung plus

Diesen und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Fritzen, Florentine
Florentine Fritzen
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot