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Effekte des Mindestlohns

Höhere Löhne, mehr Beschäftigte

Von Britta Beeger
 - 15:48
Eine Kellnerin arbeitet in einer Bar.

Als Deutschland im Jahr 2015 zum ersten Mal einen landesweiten gesetzlichen Mindestlohn von zunächst 8,50 Euro in der Stunde einführte, war der Aufschrei unter führenden Ökonomen groß: Sie fürchteten Arbeitsplatzverluste in großem Stil. Dazu ist es bisher bekanntlich nicht gekommen. Im Gegenteil – obwohl die Löhne im unteren Einkommensbereich teils deutlich stiegen, wuchs auch die Zahl der Beschäftigten weiter.

Wie kann das sein? Als wichtiger Grund gelten die gute wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Jahren und der enorme Personalbedarf in vielen Unternehmen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Einführung der Lohnuntergrenze keine Effekte gehabt hätte. Wie eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie des University College London zeigt, gab es durchaus strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft.

Die Forscher weisen in ihrer Studie nach, dass insbesondere in Regionen mit einem zuvor vergleichsweise niedrigen Lohnniveau ein Teil der sehr kleinen Betriebe mit weniger als drei Beschäftigten aufgab. Deren Mitarbeiter wurden in der Regel aber offenbar nicht arbeitslos, sondern wechselten zu größeren, stabileren Betrieben, die zum Teil schon vor der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns mehr als 8,50 Euro in der Stunde zahlten. Solche Wechsel seien vor allem im Osten Deutschlands zu beobachten gewesen und dort insbesondere im Einzelhandel sowie im Gastgewerbe, sagt IAB-Forscher Matthias Umkehrer.

Der Mindestlohn habe also den Mix der Betriebe in den betroffenen Regionen verbessert, schreiben die Autoren. Zudem deuteten die Ergebnisse darauf hin, dass die Arbeitsproduktivität gestiegen sei, da nun mehr Beschäftigte in produktiveren Betrieben arbeiteten. Darüber hinaus habe der Mindestlohn dazu beigetragen, dass die Lohnungleichheit abgenommen habe. Zu diesem Ergebnis war in der vergangenen Woche auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung gekommen.

Die Wissenschaftler zeichnen alles in allem ein positives Bild der Effekte des gesetzlichen Mindestlohns, auch wenn es durchaus Verlierer gebe, wie es in der Studie heißt – etwa die Betriebe, die aufgeben mussten. Forscher Umkehrer weist jedoch darauf hin, dass die Ergebnisse nicht verallgemeinert werden können. „Der Mindestlohn wurde in Deutschland eingeführt, als es der Wirtschaft sehr gut ging“, sagte er. „In einer Rezession hätte er eine ganz andere Wirkung haben können. Oder auch, wenn er deutlich höher angesetzt worden wäre.“ Grüne, SPD und Linke setzen sich dafür ein, dass der Mindestlohn auf 12 Euro angehoben wird.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Beeger, Britta
Britta Beeger
Redakteurin in der Wirtschaft.
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