FAZ plus ArtikelWirkung von Vornamen

Wenn der Name zum Karrierehemmnis wird

Von Josefine Janert
Aktualisiert am 13.02.2020
 - 15:14
Der Vornamen entscheidet darüber, für wie leistungsstark Lehrer einen Schüler einschätzen und oft auch über beruflichen Erfolg.
Alexander scheint aus gutem Haus zu sein, Mandy aus dem Osten, und Alis Bewerbung wird gleich aussortiert. Wie jemand heißt, ist im Arbeitsleben ganz und gar nicht egal.

Luzifer hat es auf dem Arbeitsmarkt schwer. „Wenn sich ein Mann mit diesem Namen um eine Ausbildung bewirbt, glauben die Chefs entweder nicht, dass der Name echt ist“, sagt die Sprachwissenschaftlerin Gabriele Rodríguez. „Oder sie denken: Diese Bewerbung legen wir beiseite und nehmen lieber einen Alexander.“

Rodríguez arbeitet bei der Namenberatungsstelle der Uni Leipzig, die es seit den sechziger Jahren gibt. Sie und ihr Team klären über den Ursprung und die Bedeutung von Namen auf. Sie beraten auch Menschen, die glauben, dass sie wegen ihres Namens berufliche Nachteile haben. Das kommt häufig vor. So erzählt Gabriele Rodríguez von einem türkischstämmigen Mann namens Ali, der sich in der Hoffnung auf mehr Erfolg auf dem Arbeitsmarkt in Alain umbenannte. Oft rufen auch Eltern an, nachdem ein Standesamt es abgelehnt hat, den gewünschten Namen für ihr Baby einzutragen. Schreibt Rodríguez ein positives Gutachten, lassen sich viele Standesamtsmitarbeiter umstimmen.

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Quelle: F.A.Z.
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