Philologenverband

Digitale Ausstattung an Schulen noch defizitär

01.12.2021
, 14:13
Digital lernen mit dem Tablet: Gibt es auch das zugehörige W-Lan dazu?
Ob es für Schüler bald wieder in den Distanzunterricht geht, ist noch abzuwarten. Klar ist aber: In Sachen digitale Geräte, W-Lan und Co sieht es immer noch nicht rosig aus.
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Mit Blick auf die digitale Ausstattung der Schulen gibt es einer Umfrage unter Lehrkräften zufolge weiterhin Defizite. Knapp 50 Prozent gaben in einer Befragung des Deutschen Philologenverbandes an, an Schulen zu unterrichten, an denen das W-Lan nicht optimal für den Unterricht nutzbar ist. 62,5 Prozent können an ihrer Schule bei ihrer Arbeit nicht auf einen professionellen IT-Betreuer zurückgreifen. Nur knapp 23 Prozent erklärten, von einem professionellen Administrator betreut zu werden. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe hatten zuerst darüber berichtet.

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„Dies ist für die politisch Verantwortlichen ein Armutszeugnis nach mehr als 20 Monaten Pandemie. Die Schulen müssen unbürokratischer, schneller und besser ausgestattet werden“, sagte Susanne Lin-Klitzing, die Bundesvorsitzende des Philologenverbands, der die Gymnasiallehrer vertritt. Befragt wurden im Oktober und November knapp 7000 Lehrkräfte an Gymnasien und zum Abitur führenden Schulen im gesamten Bundesgebiet.

Ein positives Ergebnis der Umfrage sei, dass 69 Prozent der befragten Gymnasiallehrkräfte inzwischen an ihren Schulen mit geeigneten und datenschutzkonformen Lernplattformen arbeiten könnten. Bei 13,8 Prozent der Befragten war dies noch nicht der Fall.

Karliczek fordert zu Vorkehrungen für Distanzunterricht auf

Indes hat die geschäftsführende Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) angesichts der angespannten Corona-Lage dazu aufgerufen, Vorkehrungen für den sogenannten Fernunterricht zu verstärken. Es müsse aktuell alles versucht werden, Präsenzunterricht unter strengen Hygienevorschriften aufrecht zu erhalten, „sofern dies epidemiologisch in den einzelnen Regionen zu rechtfertigen ist“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa.

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Man sehe aber auch, dass einige Schulen schon wieder geschlossen sind und teilweise Wechselunterricht stattfindet. „Es sollten daher auch die Vorkehrungen für einen Distanzunterricht jetzt verstärkt werden.“

Karliczek äußerte sich zum am Dienstag veröffentlichten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zu Schulschließungen. Die Richterinnen und Richter hatten entschieden, dass zentrale Maßnahmen der sogenannten Bundesnotbremse, die von Ende April bis Ende Juni galt - darunter die Schließungen von Schulen - zumindest zum damaligen Zeitpunkt zulässig waren.

Das Gericht erkannte außerdem erstmals ein „Recht der Kinder und Jugendlichen gegenüber dem Staat auf schulische Bildung“ an. Die Richterinnen und Richter hätten ein Recht auf schulische Bildung und auf Mindeststandards von Bildungsangeboten in aller Deutlichkeit formuliert, sagte Karliczek. „Dieser Beschluss nimmt damit den Staat und insbesondere die Länder deutlich in die Pflicht, die Anstrengungen für eine gute Schulbildung unserer Kinder zu verstärken.“

Quelle: dpa
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