FAZ plus ArtikelDebatte um Begriff „Mohr“

Der neue Umbenennungsfuror

Von Helmut Glück
Aktualisiert am 24.07.2020
 - 12:43
Ein Bild aus 2009, mittlerweile wurde die Werbefigur gebleicht.
Der „Mohr“ ist altertümlich, aber nicht rassistisch, doch das will eine kleine und lautstarke Minderheit einfach nicht wahrhaben. Ein Gastbeitrag.

Das Wort „Mohr“, so wird behauptet, sei herabsetzend. Die Berliner Verkehrsbetriebe wollen deshalb den U-Bahnhof Mohrenstraße umbenennen. Auch anderswo steht das M-Wort unter Beschuss. „Mohr“ ist schon im Althochdeutschen belegt als Entlehnung aus dem Lateinischen, wo „maurus“ einen Bewohner Nordwestafrikas bezeichnet, einen Mauren. Davon ist das Adjektiv „maurisch“ abgeleitet, das unter anderem in der Kunstgeschichte Verwendung findet.

Das Wort findet sich auch in anderen Sprachen: „moor“ im Niederländischen, „mòro“ im Italienischen, „more“ in der französischen Literatur. Mit dem altgriechischen „moros“, das „dumm“ bedeutet, hat „Mohr“ sprachgeschichtlich nichts zu tun; dass dieser lautliche Zufall immer wieder fälschlich als „Argument“ bemüht wird, spricht für sich. „Mohr“ ist eine Bezeichnung für einen dunkelhäutigen Menschen. Sie klingt heute altmodisch. Doch ist sie deshalb abwertend?

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Quelle: F.A.Z.
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