FAZ plus ArtikelRassismus im Berufsleben

Und wo kommen Sie her?

Von Ursula Kals und Uwe Marx
19.10.2021
, 12:40
Bunte Mischung: Auch Arbeitgeber profitieren von Vielfalt.
Hautfarbe und Herkunft sind im Berufsleben heutzutage kein Thema mehr? Doch! Bloß nicht immer auf den ersten Blick. Dabei bieten verschiedene Perspektiven nur Vorteile im Beruf. Was Betroffene im Fall der Fälle tun können.
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„Von Ihnen lasse ich mich nicht behandeln. Schicken Sie mir eine Kollegin!“ Nachdem die Dentalhygienikerin, deren Eltern aus Nordafrika stammen, das Behandlungszimmer betreten hatte, verließ der Patient den Raum und verlangte vom Praxisinhaber eine „weiße Kollegin“. Damit biss er allerdings auf Granit: „Frau S. ist eine meiner besten Fachkräfte, entweder Sie lassen sich von ihr behandeln oder Sie müssen sich eine andere Praxis suchen.“ Vorbildlich, wie der Zahnarzt reagierte. Was man aber erwähnen sollte: Seine Ehefrau ist dunkelhäutig, er ist für das Thema sensibilisiert. Zweimal, so berichtet die Dentalhygienikerin, sei ihr so eine Ablehnung in fünf Jahren passiert. „Vergessen habe ich das nie.“

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Mit ihrer Erfahrung steht die Angestellte nicht allein da. Laut einer Umfrage des Vereins „Gesicht Zeigen“ und EY vom Sommer 2020 wurden 17 Prozent der Beschäftigten schon einmal Zeuge einer rassistischen Diskriminierung von Kollegen. Auch 15 Jahre nach Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, nach dem Menschen unter anderem wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion nicht benachteiligt werden dürfen, gibt es noch viel Handlungsbedarf. So vermeldet der aktuelle Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, dass ein Drittel aller Anfragen im Zusammenhang mit Rassismus stehen, 23 Prozent davon seien Erfahrungen am Arbeitsplatz.

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Ursula Kals - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Ursula Kals
Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.
Autorenporträt / Marx, Uwe
Uwe Marx
Redakteur in der Wirtschaft.
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