FAZ plus ArtikelDie Karrierefrage

Was nützt Studierenden eine Steuererklärung?

Von Marilena Piesker
14.06.2021
, 10:02
Wer wenig verdient, muss sich keine Gedanken über Steuern machen, heißt es oft. Von wegen! Auch im Studium lässt sich einiges absetzen. Wann sich eine Steuerklärung lohnt.

Zu kompliziert, zu zeitaufwendig, zu wenig lukrativ: die Steuererklärung steht bei den meisten Studierenden auf der Agenda ziemlich weit unten. Zu Unrecht, denn viele könnten viel Geld vom Staat zurückbekommen – auch ohne hohes Einkommen. Absetzen können Studierende theoretisch sämtliche Kosten, die im Studium anfallen, von Studiengebühren über Arbeitsmittel bis hin zu Fahrten zu Lerntreffen oder zur Bibliothek.

Das Problem: Das Finanzamt erstattet nur denen etwas, die Lohnsteuer zahlen, und die wird erst bei einem Jahreseinkommen von derzeit 9744 Euro pro Jahr fällig – eine Grenze, die die meisten Studierenden nicht erreichen. Hier schafft der Verlustvortrag Abhilfe: Die meisten machen im Studium Verluste, weil ihre Ausgaben für Studiengebühren, Semesterticket, den neuen Laptop oder Miete ihre Einnahmen übersteigen. Wer diesen Verlust in einer Steuererklärung vorträgt, kann ihn mitnehmen, bis zum ersten lohnsteuerpflichtigen Job. Das Finanzamt hält den Verlust fest und rechnet ihn beim Start in die Berufstätigkeit zusammen, indem es die Verlustsumme vom zu versteuernden Einkommen abzieht. Erst danach berechnet sich die Steuer, die somit automatisch geringer ausfällt.

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