Wirtschaftskrise

Jugend ohne Arbeit

Von Kerstin Schwenn
26.07.2012
, 15:00
Die Jugendarbeitslosigkeit in Europa nimmt immer größere Ausmaße an.
Die Jugendarbeitslosigkeit in vielen europäischen Ländern steigt dramatisch. Das stellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in seinem jüngsten Wochenbericht fest.
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Die Wirtschaftskrise hat die Jugendarbeitslosigkeit in vielen europäischen Ländern dramatisch verschärft. „Das altbekannte Problem, dass in der EU die Arbeitslosenquote der Jugendlichen mehr als doppelt so hoch ist wie die der Erwachsenen, tritt immer deutlicher zutage“, stellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem jüngsten Wochenbericht fest.

Allerdings sei die Zahl der Erwerbslosen unter den Jugendlichen nicht stärker gewachsen als unter Erwachsenen. Jugendliche in Europa blieben stattdessen mehr und länger in der schulischen oder universitären Ausbildung. Nur ein Drittel befinde sich auf dem regulären Arbeitsmarkt und sei nicht in einer Ausbildung. Das relativiert etwas die hohe offizielle Arbeitslosenquote, die etwa für Spanien fast 50 Prozent beträgt.

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Längere Ausbildung steigert Arbeitsmarktchancen nur bedingt

Durch die längere Ausbildung stiegen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt nur bedingt: „Auch wenn eine Ausbildung vorliegt, weisen Jugendliche in fast allen Staaten eine viel höhere Arbeitslosigkeit auf als Erwachsene“, sagte der DIW-Arbeitsmarktökonom Karl Brenke. „In Ländern allerdings, in denen wie in Deutschland viel betrieblich ausgebildet wird, sind die Arbeitsmarktchancen der Jugendlichen spürbar besser als in Staaten, die vor allem auf eine schulische Qualifizierung setzen“, sagte Brenke.

„Offensichtlich haben qualifizierte Jugendlichen wegen fehlender Berufserfahrung und mangelnder Praxisnähe schlechtere Beschäftigungschancen als Erwachsene.“ In Deutschland sei der Arbeitsmarkt für Jugendliche am offensten; am stärksten benachteiligt seien sie in Italien, Schweden, Rumänien und Großbritannien.

Im Jahr 2011 waren in der Europäischen Union 5,3 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre erwerbslos. Die Quote belief sich auf 21 Prozent, bei den 25- bis 64-Jährigen lag die Quote bei 8 Prozent.

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Zwischen den einzelnen Ländern gibt es indes große Unterschiede: Am höchsten ist die Jugendarbeitslosigkeit in Mazedonien (55 Prozent), Spanien (46 Prozent) und Griechenland (44 Prozent), am geringsten in den Niederlanden, der Schweiz und Österreich (jeweils rund 8 Prozent) sowie in Deutschland und Norwegen (rund 9 Prozent). Außer in Deutschland war die Arbeitslosenquote der Jugendlichen 2011 in fast allen Ländern höher als vor Ausbruch der Finanzkrise 2008.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schwenn, Kerstin
Kerstin Schwenn
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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