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FAZ plus Artikel50 Jahre Apollo 11

Was vom Mondflug übrig blieb

Von Ulf von Rauchhaupt
Aktualisiert am 21.07.2019
 - 08:00
Primus inter pares: Der Raumanzug, in dem Neil Armstrong den Mond betrat, hier noch im Magazin. Seit vergangener Woche ist das Stück wieder im National Air and Space Museum in Washington ausgestellt.
Die Apollo-Astronauten konnten nur wenige Stücke ihrer Ausrüstung wieder zurück zur Erde mitnehmen. Heute sind es kostbare Reliquien der Technikgeschichte.

Neil Armstrong war der Erste auf dem Mond. „Und Buzz Aldrin der Erste, der auf dem Mond urinierte“, sagt Teasel Muir-Harmony. Die Kuratorin am National Air and Space Museum in Washington DC steht dabei vor dem Exemplar eines Apollo-Mondlandemoduls, und Aldrins Missgeschick fällt ihr angesichts der kurzen Leiter ein, die eines der vier Spinnenbeine hinunterführt. „Armstrong war so ein guter Pilot und landete derart sanft, dass die Beine des Gefährts beim Aufsetzen nicht ganz zusammengedrückt wurden. Daher mussten die Astronauten am Ende der Leiter weiter springen als vorgesehen.“ Vor Betreten der Mondoberfläche sollten sie zunächst in dem tellerförmigen Fuß des Raumschiffs bleiben und wieder zur untersten Leitersprosse hinaufhüpfen, um zu testen, wie viel Mühe ihnen das bei ihrer Rückkehr machen würde. Aldrin gelang das nicht auf Anhieb und nach dem Fehlsprung erleichterte er sich erst einmal in das „Urine Collection Device“ seines Raumanzugs. Beim zweiten, nun etwas energischeren Versuch passierte es: „Sein Collection Device ging kaputt, und der Urin floss in einen seiner Stiefel“, erklärt Muir-Harmony. „Das war seine erste Erfahrung auf der Mondoberfläche.“

Heute Morgen gegen 4.20 Uhr deutscher Zeit jährte sich dieses Geschehen zum 50. Mal, und nach Wochen des Gedenkens an die heroischen Seiten der ersten Mondlandung, an ihre weltpolitischen, technischen und wissenschaftlichen Aspekte darf man sich vielleicht auch daran erinnern, dass die Männer von Apollo 11 nicht nur ein Sternenbanner und mehrere Messinstrumente auf dem Mond zurückließen, sondern auch Beutel voller Ausscheidungen, gebrauchte Hand- und Feuchttücher sowie Verpackungen von Weltraumnahrung. Auch liegt an ihrer Landestelle im Mare Tranquillitatis fast ihre gesamte Ausrüstung: Die Überschuhe, von denen die bekannten Fußabdrücke stammen, ebenso wie sämtliche Werkzeuge und die teure Kamera des schwedischen Herstellers Hasselblad, mit der Armstrong die berühmten Farbfotos von der Mondoberfläche machte – vor allem von Aldrin, dem man in seinem Raumanzug das beschriebene Malheur zum Glück nicht ansieht.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Rauchhaupt, Ulf von (UvR)
Ulf von Rauchhaupt
Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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