Aids

Wie Aids-Medikamente wirken

08.07.2002
, 18:41
Medikamente gegen Aids setzen an verschiedenen Stellen an, um das HI-Virus auszuschalten.
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Medikamente gegen Aids versuchen vor allem eins, die Erreger der Krankheit, die HI-Viren, in Schach zu halten. Dazu versuchen sie, die Vermehrung der Viren zu hemmen.

Im Vermehrungszyklus gibt es vier Stadien, an denen Medikamente versuchen, einzugreifen. Als erstes können sie versuchen zu verhindern, dass der Virus überhaupt in Zellen eindringt. Solche Medikamente werden Fusionsinhibitoren genannt, weil sie das Verschmelzen von Virus und Zelle unterbinden. Sie befinden sich nach Angaben der Deutschen Aidshilfe in der Entwicklung, sind allerdings noch nicht auf dem Markt. Auf der Welt-Aidskonferenz wurde mit "T20" erstmals ein Medikament vorgestellt, das in klinischen Studien vielversprechend war.

In der Zelle

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In der Zelle angekommen, schreibt das Virus seine eigene Erbinformation um, damit sie zum Erbgut der Zelle passt. An diesem Punkt greifen wiederum Medikamente an: Eines schleust sich als falscher Baustein ein und unterbricht die Umschreibung des Erbgutes. Eine andere Klasse von Medikamenten blockiert das Enzym, das das Erbgut umschreibt.

Das umgeschriebene Erbgut baut der Virus dann in das Erbgut der Zelle ein. Dazu ist wiederum ein Enzym notwendig. Medikamente die an diesem Schritt die Infektion hemmen könnten, sind noch nicht auf dem Markt.

Nachdem das Erbgut des Menschen mit dem des Virus fusioniert hat, produziert die Zelle HI-Viren-Vorstufen. Aus diesen entstehen fertige Viren, die ihrerseits den Zyklus erneut durchlaufen und die Krankheit verstärken. Doch es gibt Medikamente, die an diesem letzten Schritt der Virenreproduktion wirken. Sie hemmen den Umbau und verhindern so, dass neue fertige Viren entstehen.

In Kombination am wirkungsvollsten

Eine Kombination der genannten Medikamente setzt an den verschiedenen Schritten der Virusvermehrung an und könnte so die Neuinfektion von Zellen verhindern sowie die Virusproduktion in bereits infizierten Zellen vermindern. Sie können die Phase der Krankheit ohne Symptome verlängern und so die Lebenserwartung erhöhen. Heilen können sie allerdings nicht.

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Quelle: @cop
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