Amerika

Umfragen: Video-Botschaft ohne Einfluß auf die Wahl

01.11.2004
, 12:51
Einen Tag vor der Präsidentenwahl liegen Bush und Kerry noch immer gleichauf. Offenbar hatte die Video-Botschaft Bin Ladins kaum Auswirkungen. Derweil kritisiert die Frau des britischen Premierministers die Bush-Regierung - und konterkariert die Zurückhaltung Tony Blairs.
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Einen Tag vor der Wahl in den Vereinigten Staaten liegen die beiden Spitzenkandidaten für das Präsidentenamt nach einer Umfrage weiter gleichauf. Laut der von der Zeitung „Wall Street Journal“ (WSJ) und dem Sender NBC in Auftrag gegebenen und am Sonntag veröffentlichten Umfrage kommt der republikanische Amtsinhaber George W. Bush auf 48 Prozent. Sein Herausforderer John Kerry von der Demokratischen Partei erreichte 47 Prozent. Für den unabhängigen Kandidaten Ralph Nader ermittelte die Umfrage ein Prozent. Die Fehlerquote wurde mit 3,1 Prozent angegeben.

Nach der Umfrage dürfte das am Freitag aufgetauchte neue Video des Terrorführers Usama Bin Ladin keine oder doch kaum spürbare Auswirkungen auf den Wahlausgang haben.

In dem vom Sender Al Dschazira veröffentlichten Video richtete Bin Ladin wieder Drohungen gegen die Vereinigten Staaten und verhöhnte Präsident Bush.

Kampf um die Schlachtfeldstaaten: Bush in Ohio
Kampf um die Schlachtfeldstaaten: Bush in Ohio Bild: REUTERS

Cherie Blair kritisiert Bush

Die allgemeine Zufriedenheit mit Bush wurde in der Umfrage mit 49 Prozent notiert, wobei ein Wert unterhalb der 50-Prozent-Marke als kritisch für einen Kandidaten gilt, der sich um eine zweite Amtszeit bewirbt. Für die Umfrage wurden 1.000 potentielle Wählern am Freitag und Sonntag befragt. In einer WSJ/NBC-Umfrage von Mitte Oktober wurden beide Spitzenkandidaten bei 48 Prozent gesehen.

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Unterdessen hat Cherie Blair, die Frau des britischen Premierministers, die Internierung von Terrorverdächtigen im amerikanischen Gefangenenlager Guantánamo kritisiert. Wie der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten kürzlich bestätigt habe, sei es unrechtmäßig, den Gefangenen rechtlichen Beistand vorzuenthalten, sagte Frau Blair der Zeitung „The Guardian“ (Montagausgabe).

Ein Sprecher der Downing Street bestätigte die Aussagen. Sie dürften aber nicht als politische Äußerung mißverstanden werden. Cherie Blair habe in ihrer Eigenschaft als „renommierte internationale Menschenrechtsanwältin“ während einer Vorlesung an der Harvard-Universität gesprochen.

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Zuvor hatte Frau Blair bereits die Weigerung der Regierung von Präsident George W. Bush verurteilt, den Internationalen Strafgerichtshof zu unterstützen. Die britischen Konservativen warfen ihr nach den jüngsten Äußerungen vor, in den amerikanischen Wahlkampf eingegriffen zu haben.

Coats: Streit über Irak, wenn Kerry gewinnt

Der amerikanische Botschafter in Deutschland, Daniel Coats, hat die Deutschen vor „übertriebenen Erwartungen“ an eine Präsidentschaft des Demokraten John Kerry gewarnt. Falls Kerry gewählt würde, könnte dies Deutschland sogar vor Probleme in der Außenpolitik stellen, sagte Coats der „Berliner Zeitung“ vom Montag.

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Der amtierende amerikanische Präsident George W. Bush habe den Standpunkt von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) akzeptiert, keine Soldaten in den Irak schicken zu wollen. „Er wird ihn nicht um Soldaten bitten.“ Kerry dagegen habe „angedeutet, daß er es tun wird“. Dies könne sich als „ein ziemlicher Streitpunkt“ erweisen.

Bush und Kerry kämpfen um die Schlachtfeldstaaten

Kurz vor Ende des Countdowns zur Präsidentschaftswahl zeigten sich die beiden Rivalen noch einmal in dem „Swing State“ Florida, in dem vor vier Jahren die Wahl entschieden worden war. Bush trat am Sonntag in Miami auf, um in einem letzten Versuch in der kubanisch-stämmigen Gemeinde für sich zu werben. „Wir werden nicht ruhen, wir werden den Druck aufrechterhalten, bis das kubanische Volk die gleichen Freiheiten in Havanna genießen kann wie hier in Amerika“, sagte Bush.

Kerry hielt eine Ansprache in Tampa, in dem die wohl meisten noch unentschiedenen Wähler Floridas leben. Am Montag, dem letzten Tag der Wahlkampagne, wollten Bush und Kerry in Ohio, einem weiteren wichtigen „Swing State“ auftreten, wo sich wie in Florida ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Kandidaten abzeichnete.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und AFP
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