Afghanistan

Hoher Taliban-Würdenträger bei mutmaßlichem IS-Anschlag in Kabul getötet

11.08.2022
, 21:28
Sicherheitskräfte der Taliban bewachen einen Checkpoint in Kabul. (Symbolbild)
Bei dem Attentat auf Rahimullah Hakkani wurden vier weitere Menschen verletzt. Auf Telegram bekennt sich der Islamische Staat (IS) zu dem Mordanschlag. Hakkani war für seine wütenden Reden gegen den IS bekannt.
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In Afghanistan ist am Donnerstag ein hoher Würdenträger der regierenden radikalislamischen Taliban bei einem Selbstmordanschlag getötet worden, den die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) für sich reklamiert. Der für seine Brandreden gegen den IS bekannte Rahimullah Hakkani sei „der einzige Märtyrer“ eines Bombenanschlags auf die von ihm geleitete Koranschule in Kabul, erklärte ein Polizeisprecher. Hakkani hatte sich zuletzt öffentlich für den Zugang von Mädchen zum Schulunterricht ausgesprochen.

Bei dem Attentat wurden dem Polizeisprecher zufolge vier weitere Menschen verletzt. Ein Regierungssprecher sprach von einem „Angriff durch einen feigen Feind“, ohne weitere Details zu nennen. Hakkani hatte zuvor zwei Mordanschläge auf ihn überlebt – einen davon im Oktober 2020 in Pakistan.

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Der IS bekannte sich Stunden nach dem Angriff im Online-Dienst Telegram zu dem Attentat. Der Angreifer zündete demnach eine Sprengstoffweste in Hakkanis Büro. Hakkani sei einer der „bekanntesten Fürsprecher der Taliban“ sowie einer der mächtigsten Vertreter jenes Teils der Taliban gewesen, die sich für den Kampf gegen den IS ausgesprochen hätten, erklärte das auf die Überwachung extremistischer Gruppen im Internet spezialisierte Unternehmen Site unter Berufung auf eine übersetzte Mitteilung des IS.

Schulbildung für Mädchen und Frauen

Nach Informationen aus Taliban-Kreisen hatte Hakkani zwar kein offizielles Amt inne, war aber innerhalb der radikalislamischen Organisation sehr einflussreich und unterrichtete in den vergangenen Jahren zahlreiche Mitglieder. Hakkani war für seine wütenden Reden gegen den IS bekannt. Die Dschihadisten-Miliz hatte sich seit der Rückkehr der Taliban an die Macht im August 2021 zu mehreren Anschlägen in Afghanistan bekannt.

In den vergangenen Monaten hatte Hakkani sich für das Recht von Mädchen auf Schulunterricht ausgesprochen. Im islamischen Recht gebe es „keine Rechtfertigung dafür, die Erziehung von Mädchen und Frauen als illegal zu bezeichnen“, sagte Hakkani im Mai dem britischen Rundfunksender BBC.

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In den Monaten seit ihrer Machtergreifung haben die Taliban den Zugang zu Bildungseinrichtungen für Mädchen und Frauen unter Berufung auf eine strenge Auslegung des Islam drastisch eingeschränkt. Weiterführende Schulen für Mädchen dürfen im größten Teil Afghanistans nicht mehr öffnen.

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Quelle: AFP
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