Amerika warnt vor dem „Islamischen Staat“

„Jenseits von allem, was wir kennen“

22.08.2014
, 00:43
© REUTERS, reuters
Der amerikanische Verteidigungsminister Hagel hat die Welt eindringlich vor der Terrorgruppe IS gewarnt. Die Organisation sei gefährlicher als Al Qaida. Die Vereinigten Staaten seien bereit, die Miliz auch in Syrien zu bombardieren.

Die amerikanische Regierung hat eindringlich vor der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) gewarnt. Die radikalen Sunniten im Irak und in Syrien seien mehr als nur eine Terror-Organisation, sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel am Donnerstag vor Journalisten im Pentagon. Der Minister zieht auch Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien in Betracht. „Wir denken über alle Optionen nach“, sagte er auf konkrete Nachfrage eines Reporters.

Der IS verbinde seine Ideologie mit einer hoch entwickelten militärischen Schlagkraft und verfüge zudem über riesige Finanzmittel. „Das ist jenseits von allem, was wir kennen“, sagte Hagel auf die Frage, ob der Islamische Staat so gefährlich sei wie die Al-Kaida. IS sei „so hoch entwickelt und gut finanziert wie keine andere“, sagte Hagel.

Generalstabschef Martin Demspey erklärte, die Organisation könne nicht besiegt werden, ohne ihren Arm in Syrien ins Kalkül zu ziehen. Der Kampf müsse auf beiden Seiten der „quasi nicht existierenden Grenze“ zwischen dem Irak uns Syrien geführt werden. „Das wird passieren, wenn wir ein Bündnis in der Region haben, dass die Aufgabe übernimmt, IS langfristig zu besiegen“, sagte Dempsey mit Blick auf die internationale Gemeinschaft. Luftangriffe seien aber nur ein kleiner Teil der dafür notwendigen Werkzeuge.

Zahl der IS-Kämpfer seit Juni verdoppelt

Die Terrormiliz soll im irakisch-syrischen Grenzgebiet mittlerweile auf etwa 17.000 mobile Kämpfer zurückgreifen können. Das berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf Angaben von amerikanischen Militär- und Zivilbeamten.

Diese Zahl beinhalte eine Vorhut von etwa 3000 Kämpfern, die zunächst Anfang Juni in Mossul von Syrien aus in den Irak eingedrungen seien, sowie Tausende von rekrutierten Kämpfern aus dem Ausland und eine große, Zahl von irakischen Sunniten, die sich mit IS verbündet hätten. Damit hätte sich im Vergleich zu früheren Schätzungen die Kämpferzahl der Terrormiliz seit Juni fast verdoppelt.

Das amerikanische Militär hat nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Wochen 89 Luftangriffe gegen IS-Ziele geflogen. Die Islamisten veröffentlichten in den vergangenen Tagen ein Video, das die Enthauptung des entführten Journalisten James Foley zeigt. Der Mord wird darin mit den Angriffen der Amerikaner begründet. Das amerikanische Militär hatte versucht, Foley zu befreien, doch die Operation scheiterte.

Quelle: FAZ.NET/dpa/Reuters
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot