Gescheiterte Mission

Amerikaner wollten Foley befreien

21.08.2014
, 01:44
Der inzwischen ermordete Journalist James Foley sollte offenbar befreit werden.
Das amerikanische Militär ist erst kürzlich daran gescheitert, den inzwischen ermordeten Journalisten James Foley und andere Geiseln mit Hilfe von Spezialkräften in Syrien zu befreien. Offenbar gab es auch eine Lösegeldforderung.

Das amerikanische Militär ist nach eigenen Angaben jüngst mit dem Versuch gescheitert, den inzwischen ermordeten Journalisten James Foley und andere amerikanische Geiseln zu befreien. Der Einsatz eines Delta-Force-Teams in Syrien gegen die Organisation Islamischer Staat sei am Boden und aus der Luft erfolgt, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Die Soldaten hätten eine Ölraffinerie angegriffen, in der die Geiseln vermutet wurden.

„Leider war die Mission nicht erfolgreich, weil die Geiseln sich nicht im Zielgebiet befanden“, sagte ein Sprecher. Die Operation sei „kompliziert“ gewesen; die Soldaten seien von Helikoptern über dem Zielgebiet abgesetzt worden und hätten sich von dort zum vermuteten Ort der Geiseln vorgekämpft. „Wir sind nicht sicher, warum sie von dort fortgebracht wurden“, sagte der Sprecher weiter. „Als wir dort ankamen, war es zu spät.“ Das Team habe bis zur Evakuierung weitergekämpft; ein Soldat sei leicht verwundet worden, ein Helikopter unter Beschuss geraten.

Zum Zeitpunkt der Operation, zur Identität und zur Zahl der gesuchten Geiseln machte er zunächst keine Angaben, signalisierte aber, dass Amerika weitere Rettungsversuche unternehmen könnte. Nach Angaben der New York Times fand das Gespräch mit den Journalisten in Washington ohne Nennung von Namen statt; es sei jedoch das erste Mal seit Beginn des Bürgerkriegs gewesen, dass amerikanische Stellen überhaupt Operationen auf syrischem Gebiet zugaben.

Offenbar hatte die Terrorgruppe Islamischer Staat ein Lösegeld in Millionenhöhe für Foley gefordert. Das berichtet die Zeitung „New York Times“. Die amerikanische Regierung habe eine Zahlung aber abgelehnt. Die Extremisten hatten am Mittwoch ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung des seit 2012 in Syrien vermissten Reporters zeigen soll.

Laut „New York Times“ wurden bei der Militäroperation zwei Dutzend Elitesoldaten in einer abgelegenen Gegend in Syrien abgesetzt. Im Verlauf der Operation seien sie in ein Feuergefecht mit den Terroristen verwickelt worden. Die Regierungsvertreter gingen davon aus, dass mehrere Dschihadisten dabei getötet worden seien.

Obama kündigt weitere Militärschläge an

Eine Anti-Terror-Beraterin Obamas ergänzte, der Präsident habe den Einsatz im Sommer genehmigt. Hintergrund sei die Einschätzung von Experten, dass das Leben der Geiseln zunehmend in Gefahr sei.

Die Ermordung Foleys wurde weltweit verurteilt. Nach Darstellung der Dschihadisten wurde der Soldat hingerichtet, nachdem Obama Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak angeordnet hatte. Außerdem drohen die Dschihadisten in dem Video damit, einen weiteren, 2013 entführten amerikanischen Reporter umzubringen. Obama kündigte anschließend eine Fortsetzung der Militärschläge gegen die Islamisten an. Der Terrorismus sei ein Krebsgeschwür, das entfernt werden müsse.

Ermordung von James Foley
Weltweites Entsetzen und Mitgefühl
© AP, Reuters

Unterdessen setzen die Vereinigten Staaten ihre Luftschläge im Irak fort. Kampfjets und Drohnen hätten abermals Stellungen der IS in der Nähe des Mossul-Staudamms im Nordirak angegriffen, teilte das Zentralkommando in Tampa am Mittwoch mit. Mehrere Fahrzeuge seien zerstört oder beschädigt worden. Die Militärs sprachen von 14 Angriffen.

Quelle: FAZ.NET / dpa/Reuters/AFP
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