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Friedensforscher

Atommächte investieren in ihre Waffen

Aktualisiert am 18.06.2018
 - 03:38
Menschen in Seoul verfolgen Berichte über das Treffen von Amerikas Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un
Nordkorea ist nicht die einzige Atommacht, die Experten Sorgen bereitet. Zwar ist die Zahl der Nuklearsprengköpfe auf der Welt leicht gesunken. Doch das ist laut Friedensforschern noch lange kein Zeichen für Abrüstung.

Friedensforscher sehen keine Anzeichen dafür, dass auch nur eine einzige Atommacht weltweit auf ihre Nuklearwaffen verzichten will. „Alle Staaten, die Atomwaffen besitzen, haben entweder begonnen, sie zu modernisieren oder langfristige Programme dafür angekündigt“, sagte Shannon Kile vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri. „Keiner von ihnen ist bereit, für die absehbare Zukunft auf nukleare Abrüstung hinzuarbeiten.“

Zugleich belegt ein am Montag veröffentlichter Bericht der Forscher, dass die Zahl der Atomsprengköpfe im vergangenen Jahr weiter abgenommen hat. Sipri schätzt, dass neun Staaten – die Vereinigten Staaten, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea – Anfang 2018 zusammen etwa 14.465 Atomwaffen besaßen. Das sind 470 weniger als im Vorjahr. Seit Mitte der 80er Jahre, als es 70.000 Atomsprengköpfe gab, wurde die Zahl durch diverse Abrüstungsabkommen deutlich reduziert.

Zuletzt hätten vor allem Russland und die Vereinigten Staaten Atomwaffen reduziert – zugleich aber planten beide langfristig, Sprengköpfe für große Summen zu ersetzen und zu modernisieren. Die zwei Länder besitzen zusammen fast 92 Prozent aller Atomwaffen auf der Welt.

Die Friedensforscher beziehen ihre Daten aus öffentlichen Quellen unter anderem von Regierungen. Nicht alle Staaten seien ausreichend transparent, kritisierten sie. So schätzen die Experten, dass Nordkorea inzwischen 10 bis 20 nukleare Sprengköpfe besitzt – können diese Annahme aber nur auf die Menge an Plutonium stützen, die das Land in einem Forschungsreaktor produziert hat. Es sei noch zu früh um festzustellen, ob das Treffen von Amerikas Präsident Donald Trump und Nordkoreas Regierungschef Kim Jong-un Auswirkungen auf die Transparenz haben könne, sagte Kile.

Dem Bericht zufolge investieren auch die anderen Atommächte weiter in ihre Waffen. Den Schätzungen zufolge besitzt Russland 6850 Sprengköpfe, die Vereinigten Staaten 6450, Frankreich 300, China 280, Großbritannien 215, Pakistan 140 bis 150, Indien 130 bis 140 sowie Israel 80. Dazu kommt Nordkorea mit geschätzten 10 bis 20 Sprengköpfen. Nur die Waffen in den Vereinigten Staaten, in Russland, Frankreich und Großbritannien seien sofort einsatzbereit.

Quelle: dpa
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