„Xi Jinping meint es todernst“

Biden warnt vor „echtem Krieg“ als Folge von Cyberangriffen

28.07.2021
, 03:36
Joe Biden spricht während seines ersten Besuchs im Office of the Director of National Intelligence.
Vor Geheimdienstlern spricht Joe Biden von exponentiell wachsender Kriegsgefahr mit anderen Großmächten – und nennt Russland und China. Anders als sein Vorgänger will der US-Präsident den Nachrichtendiensten keinen politischen Druck machen.

Vor dem Hintergrund zunehmender Cyber-Angriffe auf die Vereinigten Staaten warnt US-Präsident Joe Biden vor einer wachsenden Gefahr eines echten Krieges. „Ich denke, es ist mehr als wahrscheinlich, dass wir in einem Krieg enden werden – einem echten Krieg mit einer Großmacht – als Folge eines Cyberangriffs von großer Tragweite, und die Wahrscheinlichkeit nimmt exponentiell zu“, sagte Biden bei seinem ersten Besuch des Büros des Leiters der nationalen Nachrichtendienste (ODNI) am Dienstag.

Die Regierung in Washington sehe eine wachsende Bedrohung durch Russland und China. Biden sagte, der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping meine es „todernst“ wenn es darum gehe, bis 2040 die mächtigste Militärmacht der Welt sowie die größte Volkswirtschaft zu werden.

Mehrere folgenschwere Angriffe

Das Thema Cybersicherheit steht ganz oben auf der Tagesordnung der Biden-Regierung, nachdem eine Reihe von öffentlichkeitswirksamen Angriffen auf Unternehmen wie die Netzwerkmanagementfirma SolarWinds, die Firma Colonial Pipeline, den Fleischverarbeitungsbetrieb JBS und die Softwarefirma Kaseya den USA weit mehr geschadet haben als nur den gehackten Unternehmen. Einige der Angriffe wirkten sich in Teilen der Vereinigten Staaten auf die Kraftstoff- und Lebensmittelversorgung aus.

Biden betonte, er werde auf die 17 amerikanischen Geheimdienste, die das ODNI beaufsichtigt, keinerlei politischen Druck ausüben. Das stellt eine klare Abkehr von der Politik seines Vorgängers Donald Trump dar, der wiederholt mit den Geheimdiensten aneinander geriet – beispielsweise in Bezug auf Russland Rolle bei Trumps Wahlsieg 2016 oder auch bei der Enthüllung, dass Trump Druck auf die Ukraine ausübte, Ermittlungen gegen Biden einzuleiten.

Trump hatte in seiner vierjährigen Amtszeit viermal den Direktor der nationalen Geheimdienste ausgewechselt.

Quelle: bard./Reuters
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot