Darmverschluss

Brasiliens Präsident Bolsonaro in Klinik eingeliefert

15.07.2021
, 04:43
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro spricht bei einem Auftritt vergangenen Dienstag.
Zunächst hatte er nur über Schluckauf geklagt, dann ging alles ganz schnell. Jair Bolsonaro muss wegen eines Darmverschlusses ins Krankenhaus, vorerst soll es jedoch keine Not-OP geben.
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Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ist für eine mögliche Notoperation wegen eines Darmverschlusses nach São Paulo verlegt worden. Bolsonaro kam am Mittwochabend (Ortszeit) in der Metropole an. Ein Krankenwagen brachte ihn in das „Hospital Vila Nova Star“.

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Alle Termine des 66 Jahre alten Präsidenten wurden für die nächsten 48 Stunden abgesagt. Bolsonaros Sohn Flavio sagte dem Sender CNN Brasil, dass seinem Vater das Sprechen schwerfalle und ihm als Vorsichtsmaßnahme der Magen ausgepumpt worden sei.

Foto vom Krankenbett

Bolsonaro ließ ein Foto von sich veröffentlichen, wie er mit geschlossenen Augen in einem Krankenhausbett liegt. An seiner Seite scheint ein Priester mit einem goldenen Kruzifix zu stehen, der seine Hand auf die Schulter des Präsidenten legt. „Ich danke allen für ihre Unterstützung und Gebete“, hieß es zu dem Bild.

Ein Arzt, der Bolsonaro auch nach dem Messerattentat 2018 operiert hatte, hatte zuvor in Brasilia einen Darmverschluss festgestellt, wie es in einer Mitteilung der Pressestelle der Präsidentschaft hieß. Er habe beschlossen, den Präsidenten nach São Paulo bringen zu lassen, wo weitere Untersuchungen gemacht werden sollten, um festzustellen, ob eine Notoperation notwendig ist. Die Klinik gab aber zunächst Entwarnung. Es sei vorerst eine „konservative klinische Behandlung“ vorgesehen, teilte das Ärzteteam mit.

Chronischer Schluckauf

Der Präsident war in der Nacht zu Mittwoch wegen eines seit über zehn Tagen andauernden Schluckaufs ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Beschwerden traten nach Angaben des Präsidialbüros nach einer Zahnimplantat-Operation auf. Bolsonaro hatte vergangenen Donnerstag auf Facebook geschrieben: „Ich habe 24 Stunden am Tag Schluckauf.“ Er vermutete, es könnte an Medikamenten liegen, die er einnimmt.

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Bolsonaro musste in der Vergangenheit schon mehrfach ärztlich behandelt werden, unter anderem nach dem Messerangriff im Wahlkampf 2018, den er nur knapp überlebte. Im Juli vergangenen Jahres war er außerdem an Covid-19 erkrankt, wies jedoch nur leichte Symptome auf und musste nicht im Krankenhaus behandelt werden.

Quelle: dpa/AFP/Reuters
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