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Teilnahme am Bürgerkrieg

Erdogan gibt Präsenz syrischer Kämpfer in Libyen zu

Aktualisiert am 21.02.2020
 - 15:58
Der türkische Präsident Erdogan im Februar mit dem Chef der international anerkannten libyschen Regierung Fajez Saradsch in Istanbul
Mitglieder der Syrischen Nationalarmee sowie türkische Soldaten kämpfen in Libyen. Das hat der türkische Präsident Erdogan nun bestätigt. Rebellengeneral Haftar kündigte Widerstand gegen die „osmanische Invasion“ an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat erstmals die Präsenz pro-türkischer syrischer Kämpfer in Libyen zur Unterstützung der dortigen Einheitsregierung bestätigt. Mitglieder der Syrischen Nationalarmee seien ebenso vor Ort wie eine türkische Ausbildungstruppe, sagte Erdogan am Freitag Journalisten in Istanbul. Der libysche General Chalifa Haftar kündigte indes an, im Falle eines Scheiterns der Friedensgespräche zwischen den libyschen Konfliktparteien auch gegen türkische Truppen in dem nordafrikanischen Land zu kämpfen.

Seit dem gewaltsamen Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 herrscht in Libyen Chaos. Die Einheitsregierung von Ministerpräsident Fajez Sarradsch in Tripolis ist schwach.

Ein Großteil des Ostens und Südens des Landes wird von den Truppen Haftars kontrolliert, der gegen die Einheitsregierung kämpft. Haftar wird unter anderem von Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten unterstützt, während die Türkei und Qatar auf der Seite der Regierung Sarradschs stehen.

Erdogan wiederholte den Vorwurf, Russland habe 2500 Söldner zur Unterstützung Haftars nach Libyen geschickt. Insgesamt werde der General von „fast 15.000 Terroristen“ unterstützt, sagte Erdogan. Die Syrische Nationalarmee, welche die libysche Einheitsregierung unterstützt, ist aus dem Rebellenbündnis Freie Syrische Armee (FSA) hervorgegangen und wird durch die Türkei ausgebildet und finanziert.

Haftar drohte der Türkei am Freitag für den Fall eines Scheiterns der in Genf laufenden Verhandlungen über einen Waffenstillstand. „Wenn die Gespräche in Genf keinen Frieden und keine Sicherheit für unser Land bringen, wenn die Söldner nicht dahin zurückkehren, von wo aus sie hergebracht wurden, werden die bewaffneten Truppen ihre verfassungsgemäßen Pflichten erfüllen und sich gegen die türkischen osmanischen Invasoren verteidigen“, wurde Haftar von der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitiert.

Der General hatte sich am Mittwoch mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schojgu getroffen. In dem Interview mit RIA Nowosti sagte Haftar, die Geduld seiner Truppen sei „wegen regelmäßiger Verstöße gegen die Feuerpause durch Gruppen, die vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Libyens Regierungschef Sarradsch angeheuert wurden, am Limit“. Er warf ihnen vor, ihren bei der internationalen Libyen-Konferenz in Berlin gemachten Zusagen nicht nachzukommen.

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Die derzeit in Genf laufenden Verhandlungen geraten immer wieder ins Stocken. In der Nacht zum Mittwoch hatte die von der UN anerkannte Einheitsregierung ihre Teilnahme an dem gemeinsamen Militärausschuss mit Vertretern Haftars nach neuen Angriffen auf die Hauptstadt Tripolis ausgesetzt. Am Donnerstag wurden die Gespräche wieder aufgenommen.

Haftar betonte am Freitag, seine Truppen beobachteten die Lage in Tripolis, seien „im Kontakt mit den internationalen Seiten und für alle Optionen bereit“. Seine Bedingungen für eine Feuerpause seien der Abzug syrischer und türkischer Söldner, die Einstellung türkischer Waffenlieferungen an Tripolis und die „Zerschlagung terroristischer Gruppen“.

Quelle: AFP
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