FAZ plus ArtikelBundeswehreinsatz in Mali

Kein Konzept, kein Ziel, kein Plan

EIN KOMMENTAR Von Peter Carstens, Berlin
10.01.2022
, 11:26
Ein Soldat der Bundeswehr in Gao am Flughafen nahe des Stützpunktes im Norden Malis (Archivbild aus dem Jahr 2018)
Die Lage in Mali wird immer schlechter. Trotzdem lässt sich Verteidigungsministerin Lambrecht Zeit mit einem Besuch der Bundeswehr-Truppen. Das ist symptomatisch für die deutschen Auslandseinsätze generell.
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Im fernen Mali steht die Bundeswehr seit Jahren mit Hunderten Soldaten in einem Land, das von fortwährenden Putschen, Korruption und Terror gepeinigt ist. Die Soldaten sind Teil der verlustreichsten Friedensmissionen in der jüngeren Geschichte der Vereinten Nationen. Mehr als 250 Soldaten der Weltgemeinschaft sind bei Angriffen ums Leben gekommen. Im vergangenen Juni gerieten deutsche Soldaten in eine solche Attacke, ein Autobomber durchbrach ihre Wagenburg. Zwölf Bundeswehrangehörige wurden verletzt, einige werden fürs Leben schwer gezeichnet bleiben.

Außerdem soll die Bundeswehr im Zuge einer Mission der Europäischen Union die malische Armee ausbilden, aus deren Reihen zuletzt der jeweils nächste Staatsstreich vorbereitet wurde. Mangels eigener Kompetenz haben sich die malischen Putschisten nun sogar russische Soldaten ins Haus geholt. In Timbuktu, das die Franzosen verlassen hatten, sind reguläre russische Ausbilder, aber möglicherweise auch Söldner der Wagner-Gruppe eingetroffen. Die nebulösen Angaben dazu sprechen schon für sich.

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Quelle: F.A.S.
Peter Carstens - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Peter Carstens
Politischer Korrespondent in Berlin
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