FAZ plus ArtikelWettstreit in der Wissenschaft

Kalter Krieg an den Universitäten?

Von Friederike Böge, Peking
02.08.2020
, 10:21
Duell zwischen Amerika und China – hier in Form eines Fahnenrückens vor einem politischen Gipfel im Jahr 2019.
Bislang waren gerade da die Beziehungen gut. Nun hat der Wettstreit zwischen China und Amerika auch die Wissenschaft erfasst. Das lässt so manchen unruhig werden.
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Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo hat die China-Politik seines Hauses in dieser Woche auf folgende Formel gebracht: Misstrauen und Kontrolle. Ein Ergebnis dieser Politik ist die Festnahme der Mikrobiologin Juan Tang. Die Wissenschaftlerin hat ein paar Monate lang an der University of California geforscht. Nach allem, was man weiß, befasste sie sich dort mit Methoden zur Behandlung von Krebs. Nun drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft. Der Vorwurf: Visabetrug.

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Laut Anklage hat Juan Tang in ihrem Visumantrag verheimlicht, dass sie Verbindungen zum chinesischen Militär hat und Mitglied der Kommunistischen Partei ist. Amerikanische Ermittler wurden auf sie aufmerksam, weil das FBI in mehr als 25 Städten systematisch nach solchen Verdachtsfällen gefahndet hat. Die Krebsforscherin machte Schlagzeilen, weil sie zwischenzeitlich im chinesischen Generalkonsulat in San Francisco Zuflucht fand, um sich ihrer Festnahme zu entziehen. Vermutlich war es kein Zufall, dass diese Information am gleichen Tag an die Medien gelangte, an dem die Schließung des Konsulats in Houston bekanntgegeben wurde.

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Quelle: F.A.S.
Friederike Böge
Friederike Böge
Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.
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