Wachsende Omikron-Fallzahlen

Dänemark schließt Schulen bis Anfang nächsten Jahres

Von Matthias Wyssuwa
09.12.2021
, 19:12
Noch mehr Abstand halten: Neben Schulen müssen auch Clubs und Diskotheken in Dänemark schließen.
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In Dänemark sollen die Weihnachtsferien vorgezogen werden. Fast 800 Omikron-Fälle gibt es im Land. Auch Norwegen erfährt Rekordinfektionszahlen.
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Dänemark verschärft seine Maßnahmen im Kampf gegen die hohen Corona-Infektionszahlen im Land erheblich. So werden die Weihnachtsferien ausgeweitet und damit faktisch die Schulen von nächstem Mittwoch an bis Anfang des Jahres geschlossen. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen teilte am Mittwochabend mit, sie erwarte, dass die Kinder am 5. Januar wieder zurück in die Schulen könnten. Von Freitag an müssen darüber hinaus Clubs und Discos schließen, Konzerte mit mehr als 50 stehenden Personen im Publikum sind untersagt.

Auch die Vorgaben zum Tragen von Masken werden ausgeweitet, sie müssen nun auch wieder in Restaurants oder Cafes getragen werden, wenn man nicht am Platz sitzt. Frederiksen äußerte, man habe sich zu Beginn des Herbstes darauf vorbereitet, dass es mehr Infektionen und auch Krankenhauseinweisungen geben werde. Daher habe man zunächst versucht, die Impfquote zu steigern. Nun mache aber die neue Omikron-Variante des Virus weitere Maßnahmen notwendig.

Dänemark hatte noch im September alle Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus aufgehoben. Das Land liegt mit einer Quote von 77 Prozent vollständig geimpfter Menschen weit vor seinen Nachbarn im Norden und auch Deutschland. Auch die Einstufung von Covid-10 als gesellschaftsbedrohende Krankheit wurde aufgehoben, sie war die Grundlage für schärfere Maßnahme. Längst allerdings wurde dies Entscheidung zurückgenommen, und die Einstufung gerade um weitere Wochen verlängert. Seit Oktober stiegen zudem die Infektionszahlen immer schneller wieder an, in den letzten Wochen waren immer wieder neue Rekorde bei den Infektionszahlen vermeldet worden. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt derzeit bei 643. 7000 neue Infektionen an einem Tag waren in dem Königreich mit seinen fünf Millionen Einwohner gemeldet worden.

Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin von Dänemark, warnt vor Überlastung der Intensivstationen.
Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin von Dänemark, warnt vor Überlastung der Intensivstationen. Bild: dpa

Norwegen stellt es Schulen frei, früher in die Weihnachtsferien zu gehen

Zuletzt war zudem ein rasanter Anstieg von Infektionen mit der Omikron-Variante in Dänemark verzeichnet worden. Zuletzt waren es insgesamt schon fast 800 bestätigte Fälle, längst lassen sich diese nicht mehr alle zu Reiserrückkehrern oder deren Kontaktpersonen zurückverfolgen. Allerdings zählt das Königreich neben Großbritannien auch zu einem der Länder, die bei am meisten Sequenzierungen vornehmen bei positiven Proben. Man erwarte, dass Omikron mehr Infektionen bedeute, mehr Kranke und womöglich auch mehr Menschen im Krankenhaus, sagt Frederiksen. „Die neue Variante birgt daher auch ein erhebliches Risiko, das Gesundheitssystem kritisch zu belasten, und deshalb müssen wir mehr tun“, äußerte sie. Frederiksen hob hervor, dass die Maßnahmen keinen neuen Lockdown bedeuteten, und Dänemark besser dastehe als andere Länder. Es gehe jetzt darum Zeit zu gewinnen, auch um die Impfkampagne auszuweiten.

Auch in Norwegen waren zuletzt mit mehr als 5200 Infektionen am Tag neue Rekordzahlen bei den Corona-Infektionszahlen gemeldet worden. Das Land hat 5,3 Millionen Einwohner, die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 519. Nach norwegischen Medienberichten können die Schulen in Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen nun ebenfalls die Weihnachtsferien vorziehen. Allerdings müssten sie diese zusätzlichen freien Tage später ausgleichen.

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Norwegen hatte bereits vergangene Woche die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus verschärft – auch unter dem Eindruck eines großen Ausbruchs mit der Omikron-Variante nach einer Weihnachtsfeier in Oslo. Am Donnerstag traten weitere neue Regeln und Empfehlungen in Kraft, unter anderem zur Begrenzung der Gästeanzahl im eigenen Haushalt.

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Quelle: F.A.Z.
Matthias Wyssuwa - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Matthias Wyssuwa
Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.
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