FAZ plus ArtikelCorona in Afrika

Der durchseuchte Kontinent?

Von Claudia Bröll, Kapstadt
21.10.2021
, 18:57
Schwierige Logistik: Impfung in einer Siedlung nahe Durban, Südafrika
Eine Münchner Studie legt nahe, dass sehr viele Afrikaner schon eine Corona-Infektion durchlitten haben, ohne es selbst zu wissen. Wenn das so ist, brauchte man weniger Impfstoff. In der Theorie.
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Der erste offizielle Corona-Infizierte in Äthiopien war im März 2020 ein 48 Jahre alter Japaner. Er war aus Japan nach Burkina Faso und schließlich nach Äthiopien gereist. Wie in vielen anderen Ländern auf der Welt, versetzte die Nachricht die Bürger in Panik. Nach anderthalb Jahren hat es in dem Land mit 115 Millionen Einwohnern nach Angaben der Afrikanischen Union mittlerweile 360.503 Corona-Infektionen und 6287 Todesfälle gegeben. Das sind die offiziellen Zahlen.

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Wie hoch sie tatsächlich sind, weiß niemand. Der Unterschied zwischen tatsächlichen Corona-Fällen und den offiziell gemeldeten Daten ist weitaus größer als in den meisten Regionen auf der Welt. Das gilt auch für andere afrikanische Länder. Ein Grund dafür sind beispielsweise sehr niedrige Testquoten; außerdem wird bei Sterbefällen die genaue Ursache oft nicht erfasst. Das Stigma, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, ist vielerorts groß. Zu Beginn der Corona-Pandemie ergab sich daher der Eindruck, Afrika werde von der Pandemie verschont.

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Quelle: F.A.Z.
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Claudia Bröll
Freie Afrika-Korrespondentin mit Sitz in Kapstadt.
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