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Corona-Situation in Spanien

Wann kommt die Reisewarnung für die Kanaren?

Von Hans-Christian Rößler, Madrid
Aktualisiert am 29.08.2020
 - 16:01
Sonnenschirme auf Gran Canaria im August 2019 Bild: AP
Spanien bekommt die Corona-Pandemie nicht in den Griff. Besondere Besorgnis herrscht vor dem Schulbeginn – manche Eltern und Lehrer drohen schon mit einem Unterricht-Boykott.

Die große Bewährungsprobe steht Spanien erst noch bevor. Seit Mitte März sind dort die Schulen geschlossen. Von nächster Woche an soll der Unterricht wieder schrittweise beginnen – während die zweite Corona-Welle das Land überrollt: Am Donnerstag hatte das Gesundheitsministerium fast 3800 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Das ist ein neuer Höchststand seit dem Ende des Alarmzustands Ende Juni. Mit der Gesamtzahl von fast 430.000 Fällen steht das Land laut der aktuellen Übersicht des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) einsam an der Spitze der europäischen Statistik, weit vor Großbritannien, Frankreich und Italien. In den vergangenen beiden Wochen wurden pro 100.000 Einwohner dort 183 neue Fälle registriert; in Deutschland waren es gut 20.

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Eltern und Lehrer blicken deshalb besorgt dem Schulbeginn entgegen. Fachleute werfen den Behörden vor, sie hätten die Zeit nach der ersten Welle nicht genutzt, um sich auf einen neuen Ausbruch vorzubereiten: Man habe die Vorsichtsmaßnahmen zu schnell gelockert und zu wenig Personal rekrutiert, um Infektionsketten nachzuverfolgen. Jetzt will die Armee zu diesem Zweck 2000 Soldaten zur Verfügung stellen. In letzter Minute einigten sich die Zentralregierung und die meisten der 17 autonomen Regionen auf eine Maskenpflicht für Schüler vom sechsten Lebensjahr an. Sie soll auch dann gelten, wenn ein Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden kann. Bei Lehrern und Schülern soll zudem täglich vor Unterrichtsbeginn die Körpertemperatur gemessen werden. „Die Präsenz in den Klassenzimmern ist Pflicht“, mahnte Bildungsministerin Isabel Celaá. Elternverbände hatten zuvor mit einem Schulboykott gedroht, auch Lehrer wollen streiken, weil sie die Sicherheitsvorkehrungen für unzureichend halten.

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Das gilt besonders für die Region um die Hauptstadt von Madrid, die im Frühjahr besonders stark betroffen war. Dort werden jeden Tag die meisten neuen Fälle gezählt, am Mittwoch waren es mehr als 2200. Nachdem zunächst vor allem asymptomatische Infektionen unter jungen Spaniern dominiert hatten, nimmt der Druck auf die Krankenhäuser wieder zu. Mehr als 6000 Covid-19-Patienten werden dort behandelt, darunter 715 in Intensivstationen. Neben Madrid, Katalonien, dem Baskenland und Aragón verzeichneten zuletzt besonders die Balearen und die Kanaren Neuinfektionen; bis Ende Juli hatten sie noch die wenigsten Infektionen verzeichnet.

Die spanischen Atlantikinseln sind die einzige spanische Region, die von der deutschen Reisewarnung und der damit verbundenen Quarantänepflicht ausgenommen ist. Das könnte sich jedoch ändern. Vor allem auf Gran Canaria werden immer mehr neue Fälle verzeichnet: am Donnerstagabend waren es 338 innerhalb von 24 Stunden. Das ist die höchste Zahl seit März. Mit zuletzt 79 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche liegen die Kanaren schon seit Wochenbeginn über dem Grenzwert von 50 Fällen, von dem an das Robert-Koch-Institut eine Region gewöhnlich zum Risikogebiet erklärt.

Mitte August war das schon auf Mallorca geschehen, was die Balearen hart traf: Dort wie auf den Kanaren, wo die Hochsaison erst im Herbst beginnt, macht der Tourismus mehr als drei Viertel der Wirtschaftsleistung aus. Für Deutsche werden Reisen in ihr Lieblings-Urlaubsland bald noch beschwerlicher und unattraktiver. Laut den Beschlüssen des jüngsten Gipfeltreffens in Berlin sollen Rückkehrer aus Risikogebieten voraussichtlich von Oktober für zwei Wochen in Quarantäne. Frühestens nach fünf Tagen können sie sich testen lassen und bei einem negativen Ergebnis die häusliche Selbstisolation verlassen.

Quelle: F.A.Z.
Hans-Christian Rößler
Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.
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