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FAZ plus ArtikelCorona-Krise in Israel

„Das iz a noytfal“

Von Jochen Stahnke, Tel Aviv
Aktualisiert am 06.04.2020
 - 18:22
Polizisten auf Streife in dem ultraorthodoxen Jerusalemer Stadtteil Mea Shearim.
Die Pandemie betrifft in Israel vor allem strenggläubige Juden. Sogar der ultraorthodoxe Gesundheitsminister hat sich infiziert – weil er sich nicht an die eigenen Bestimmungen hielt.

„Das iz a noytfal“ – „Ikh fil mich nisht gut“: Wo die israelische Armee bis dato vor Einsätzen Übersetzungskarten für Arabisch bekam, müssen die Soldaten nun jiddische Wendungen lernen – jedenfalls jene Kompanien, die neuerdings im Innern eingesetzt werden. Israels Regierung hat die mehrheitlich ultraorthodoxe Stadt Bnei Brak zur Sperrzone erklärt und weitgehend abgeriegelt. Das Militär hilft bei der Verteilung von Nahrungsmitteln an Alte und jene, die in Quarantäne sind, sowie bei der Verbringung leicht Erkrankter in Hotels außerhalb Bnei Braks, die auf ultraorthodoxe Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Ultraorthodoxe Viertel und Städte wie Bnei Brak weisen eine weit überdurchschnittliche Infektionsrate auf im Vergleich zum Rest des Landes. Die streng Gottesfürchtigen machen zwar nur rund zwölf Prozent der Bevölkerung aus, stellen allerdings die Hälfte aller Corona-Patienten in den Krankenhäusern. Lange Zeit blieben in der ultraorthodoxen Welt einige Synagogen und religiösen Bildungseinrichtungen geöffnet, als im Rest des Landes Gebetshäuser und Schulen schon geschlossen waren. Das mag auch daran gelegen haben, dass vielen Ultraorthodoxen der Zugang zu Internet und Fernsehen fehlt. Gleichwohl hielten es auch viele Rabbiner zunächst für nötig, Einrichtungen offen zu halten.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Stahnke, Jochen
Jochen Stahnke
Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.
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