FAZ plus ArtikelCorona-Tracking in China

Wehe, wenn das Handy rot leuchtet

Von Friederike Böge, Peking
05.05.2020
, 09:46
In China entscheiden jetzt Apps darüber, wohin man darf. Trotzdem haben die Behörden oft keine Ahnung, wer wo ist. Ausgerechnet im Kampf gegen das Virus erweist sich der Schnüffelapparat als erstaunlich analog.

Kaum habe ich meine Daten in die Pekinger Gesundheitsapp eingetragen, klingelt das Telefon. „Sind Sie schon in Peking?“, will die Frau vom Nachbarschaftskomitee in der Hauptstadt wissen. Die Frage kommt überraschend. Schließlich habe ich doch gerade schriftlich mitgeteilt, dass ich in Wuhan bin und am Wochenende zurückfahren will. Selbst die Zugnummer habe ich in der App hinterlegt, damit mich Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde am Bahnhof in Empfang nehmen und zur Quarantäne in meine Wohnung fahren können. So ist es Vorschrift bei Fahrten aus Wuhan, bis vor kurzem noch Epizentrum der Seuche.

Zwei Tage nach der Ankunft in Peking kommt dann wieder ein Anruf, diesmal vom Nachbarschaftskomitee in Wuhan: „Sind Sie noch in Wuhan?“

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Quelle: F.A.S.
Friederike Böge
Friederike Böge
Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.
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